Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
24
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Karl dem Kühnen immer genug zu thun gibt, seinen Muth zu üben,ohne aus seinem eignen Gebiete hcrauszugehen. Und sie wa-ren so gut aufgelegt zum Aufstand, zumal die Männer von Lüttich,daß sie allein, tüchtig angefeuert und unterstützt, meinem liebenVetter länger als zwölf Monat Arbeit geben könnten; undgedeckt durch einen kriegerischen Grafen von Croye, o, Oliver,der Plan ist zu hoffnungreich, um seiner ohne Kampf zu entsa-gen. Kann Dein fruchtbares Hirn keinen Plan ausdenken?"

Oliver schwieg lange, und endlich erwiderte er:Wie wenneine Heirath zwischen Isabelle von Crope und dem jungenHerzog Adolf von Geldern gestiftet werden könnte?"

Wie!" rief der König überrascht;das liebenswürdige Ge-schöpf dem elenden Wütherich opfern, der seinen eignen Vaterabsctzte, gefangen hielt und oft zu ermorden drohte? Nein,Oliver, nein das wäre zu unaussprechlich grausam, selbstfür Dich und mich, die wir unfern trefflichen Zweck so festim Auge haben, nämlich den Frieden und die Wohlfahrt Frank-reichs, und uns wenig um die Mittel kümmern, die dabei an-gewandt werden. Ueberdieß ist er uns zu fern, und das Volkvon Gent und Lüttich verabscheut ihn. Nein, nein ichwill keinen Adolf von Geldern denk einen andern aus."

Meine Erfindungskraft ist erschöpft, Sire," sagte der Rath-geber;ich kann mich auf keinen besinnen, der als der Gräfinvon Croye Gemahl Eurer Majestät Abfichten zugleich entspre-chen würde. Er müßte so verschiedene Eigenschaften vereini-gen ein Freund Eurer Majestät ein Feind BurgundsPolitisch genug um die Genter und Lütticher zu verbinde», undhinlänglich tapfer um sein kleines Gebiet gegen den mächti-gen Herzog Karl zu vertheidigen uberdieß von hoher Ge-burt darauf besteht Ew. Majestät; und obendrein vontrefflichem und tugendhaftem Charakter."