Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
25
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Nein, Oliver," sagte der König,ich lege nicht so viel

oder doch nicht so sehr viel Gewicht auf seinen Charak-ter; aber ich meine, Jsabellens Bräutigam müßte etwas weni-ger öffentlich und auch nicht so allgemein verabscheut sein,wie Adolf von Geldern. Z. B., da ich einmal selbst einenersinnen soll, warum nicht Wilhelm von der Mark?"

Meiner Treu, Sire," sagte Oliver,ich kann freilich nichtbeklagen, daß Ihr für den glücklichen Mann einen zu hohen Maß-stab moralischer Trefflichkeit bereit habt, wenn Euch mit demwilden Eber der Ardennen gedient sein kann. Von der Mark!

er ist der verrufenste Räuber und Mörder an der ganzen Gränze

ercommunicirt vom Papste wegen tausend Verbrechen "Wir werden ihn davon lossprechen lassen, Freund Oliver

die heilige Kirche ist gnadenreich."

Fast ein Geächteter," fuhr Oliver fort,und vom Reichs-tage zu Regensbnrg in den Bann gethan."

Wir wollen den Bann aufheben lassen, Freund Oliver,"fuhr der König im nämlichen Tone fort;der Reichstag wirdVernunft annehmen."

Und wenn er auch von edler Geburt ist," sagte Oliver,so hat er doch Maniern, Gesicht und Benehmen wie einflämischer Fleischer sie wird ihn nimmer annehmen."

Seine Art zu werben, wenn ich mich in ihm nicht irre,"sagte Ludwig, »wird ihr schwerlich die Wahl übrig lassen."

Ich fehlte freilich weit, wenn ich Ew. Majestät für über-mäßig gewissenhaft hielt," sagte der Rathgeber.Bei mei-nem Leben, die Verbrechen Adolfs sind nur Tugenden gegendie des Herzogs von der Mark! und dann, wie soll ermit seiner Braut zusammenkommen? Ew. Majestät weiß,er darf sich nicht aus seinem Ardennenwalde wagen "

Dafür muß gesorgt werden," sagte der König;vor allen