Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
19
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An dieser Stelle sind die Memoiren, die wir bei Abfassungdieser wahren Geschichte hauptsächlich benutzten, zum Unglückmangelhaft; denn, da sie sich vorzüglich auf Quentins Nach-richten gründen, erwähnen sie nichts von dem Gespräche, wel-ches in seiner Abwesenheit zwischen dem König und seinem ge-heimen Rathe statt fand. Glücklicherweise enthält die Bibliothekvon Hautlieu eine handschriftliche Kopie der 6i»'m,Igue Scsuäs-leuse des Jean de Tropes, die weit vollständiger ist, als die ge-druckte. Es sind ihr verschiedene seltsame Memoranda ange-hängt, die, wie wir zu glauben geneigt find, von Oliver selbstmedergeschrieben sein müssen, und zwar nach dem Tode sei-nes Herrn, bevor er das Glück hatte, selber mit dem so langeverdienten Stricke belohnt zu werden. Daraus konnten wirnun eine vollständige Nachricht vom Gespräche dieses niedrigenGünstlings ziehen, welches er mit Ludwig bei dieser Gelegen-heit hielt, und das ein Licht auf die Politik dieses Fürstenwirft, wonach wir anderswo umsonst gesucht haben würden.

Als der Lieblingsdiener die Rolandsgallerie betrat, fand erden König nachdenkend auf dem Stuhle sitzend, den seine Tochtervor wenigen Minuten verlassen hatte. Genau bekannt mit sei-nem Charakter, schlich er lautlos heran, bis er in'S Bereich derAugen des Königs gekommen war, um ihn von seiner Gegen-wart zu benachrichtigen, dann zog er sich bescheiden wieder zu-rück, bis er zum Sprechen oder zum Hören aufgefordert werdenwürde- Des Monarchen erste Anrede war unerfreulich: »Eureschönen Pläne, Oliver, schmelzen ja wie Schnee vorm Süd-wind! Ich bitte unsre Frau von Embrun, daß sie denEis-Lallen nicht gleichen mögen, von denen die Schweizer so viel zusagen wissen, und nicht etwa auf unsre Häupter niederrollcn."

Ich hörte mit Bedauren, daß nicht Alles gut geht, Sire,"antwortete Oliver.

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