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nachläßigen, doch im Stande war, den größern Theil seinerAufmerksamkeit ihrer liebenswürdigen Nachbarin zuzuwenden.
Anfangs schien dies seiner bestimmten Braut mehr zu gefallenals zu mißfallen. Sie munterte den Herzog auf in seinen Artigkei-ten gegen die schöne Fremde, und schien dieselben als ihr selbst er-wiesen anzuschen. Aber der Herzog von Orleans hatte, obwohlgewohnt, in des Königs Gegenwart sein Benehmen dem strengenJoche seines Oheims zu unterwerfen, doch genug fürstlichen Sinn,um seiner eigenen Neigung zu folgen, sobald er des Zwangesfrei war; sein hoher Rang gab ihm überdies ein Recht, die ge-wöhnlichen Ceremonien zu übergehen und sogleich einen ver-traulichen Ton anzunehmen, daher ward sein Lob auf Gräfin Jsa-bellens Schönheit so energisch, und strömte so unaufhaltsam,(vielleicht weil er auch etwas mehr Wein als gewöhnlich ge-trunken hatte, denn Dunois war der Verehrung des BachuSnicht abhold,) daß er endlich ganz in Feuer gerieth und dieGegenwart der Prinzessin völlig zu vergessen schien.
Der Ton der Artigkeit, in dem er so eifrig sprach, war nureiner Person in dem Kreise angenehm, denn die Gräfin Hamelinesah bereits im Geiste eine Verbindung mit dem ersten Prinzenvom Geblüt durch diejenige, deren Geburt und Reichthum eineso ehrgeizige Erwartung selbst in den Augen eines mindersanguinischen Projektmachers nicht unerfüllbar scheinen lassenkonnte, wenn man nämlich von den Plänen Ludwigs XI. hier-bei hätte absehen dürfen. Die jüngere Gräfin hörte die Ga-lanterien des Herzogs mit Besorgniß und Verlegenheit an, undrichtete dann und wann einen bittenden Blick auf die Prin-zessin, als hätte sie von dieser Rettung erflehen wollen. Aberdie verwundeten Gefühle und die Schüchternheit Johannensvon Frankreich machten sie unfähig zu einer Anstrengung, dasGespräch allgemeiner zu machen; und so ward dies endlich, mit