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„Man wünscht zum wenigsten die Wahl zu haben, Madame,"erwiderte die geschwätzige Dame. „Ich spreche, das weiß derHimmel, nur im Namen meiner Nichte; denn ich selber habelängst alle Gedanken beseitigt, die auf eine Veränderung mei-ner Lage zielen. Ich sehe euch lächeln, aber wahrhaftig, es istso; — doch das ist keine Entschuldigung für den König, dessen Be-tragen und Person dem alten Michaud, dem Geldwechsler zu Gent,weit ähnlicher sieht, als einem Nachfolger Karls des Großen-"
„Halt!" sagte die Prinzessin, mit etwas strengem Tone;„bedenkt, daß ihr von meinem Vater sprecht."
„Von Eurem Vater?" erwiderte die burgundische Dameerstaunt.
„Von meinem Vater," wiederholte die Prinzessin mit Würde-„Ich bin Johanna von Frankreich. — Doch fürchtet nichts,Madame," fuhr sie in dem sanften Tone fort, der ihr eigenwar, „Ihr wolltet nicht beleidigen und ich fühle mich auch nichtverletzt. Bedient Euch meines Einflusses, um Euer Exil unddas dieser interessanten jungen Dame erträglicher zu machen.Ach! meine Macht reicht nicht sehr weit; aber gern thu' ich,was ich vermag."
Tief und demüthig war die Verbeugung, mit welcher dieGräfin Hameline von Crope, so hieß die ältere Dame, dasverbindliche Anerbieten des Schutzes der Prinzessin annahm.Sie hatte sich lange an Höfen aufgehaltcn, war Meisterin derdaselbst erforderlichen Manieren, und befolgte fest die herge-brachte Regel der Höflinge aller Zeiten, die, wenn sich auchihre Privatunterhaltung nur um die Laster und Thorheitenihrer Herren dreht, so wie um das Unrecht und die Vernach-lässigung , die ihnen zu Theil geworden, doch nie dergleichenWinke fallen lassen, wenn der Souverain oder Jemand ausseiner Familie gegenwärtig ist. Die Dame war daher im höchsten