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Sobald der König Platz genommen hatte, wurden die Gästevorgelaffen; und Quentin, obwohl selbst ungesehn, war sogestellt, daß er alle Einzelnheiten bei der Zusammenkunft deut-lich bemerken konnte-
Der König bewillkomrnte seine Gäste mit einem Grade vonHerzlichkeit, welchen Quentin gar nicht leicht mit den Weisun-gen in Einklang zu bringen wußte, die er eben empfangenhatte, und mit dem Zwecke, zu welchem er mit seiner tät-lichen Waffe hinter'm Schenkttsch in Bereitschaft stand. Ludwigschien nicht nur frei von Argwohn jeder Art, sondern manhätte sogar meinen sollen, daß solche Gäste, denen er die hoheEhre erwies, sie zu Tafel zu ziehn, gerade diejenigen Perso-nen sein mußten, denen er unbedingt vertrauen könnte, unddie er am liebsten ehrte. Nichts konnte würdevoller und zu-gleich auch höflicher sein, als sein Betragen. Während Allesum ihn her, selbst seine eigene Kleidung, tief unter dem stand,was selbst die kleinsten Fürsten seines Reichs bei ihren Gast-mählern darzulegen pflegten, waren Sprache und Benehmenbei ihm die eines mächtigen Monarchen in seiner herablassend-sten Stimmung Quentin fühlte sich versucht zu glauben,entweder daß seine frühere Unterredung mit Ludwig nur einTraum gewesen, oder daß das pflichtgemäße Benehmen desCardinals, und das offene, freimüthige, ritterliche Betragendes burgundischen Edelmanns, des Königs Verdacht völligausgerotiet habe.
Aber während die Gäste, dem König gehorsam, im Begriffwaren sich zur Taiel zu setzen, warf Seine Majestät einendurchdringenden Blick auf sie, und richtete dann sogleich seinAuge auf Quentin's Posten. Dwß Alles geschah in einemAugenblick; aber der Blick verrieth so viel Mißtrauen undHaß gegen seine Gäste, und einen so bestimmten Befehl fürQuentin Durward, I. 15