216
hatte, und diese Bewegung that ihm nun, wie es schien, sowohl, daß er sie, gleich den Puppen, Mandarinen genannt,so lange fortsetzte, bis er in einen Schlummer sank, von demkr erst durch das Signal zum Mittagseffen erwachte.
Als Quentin Durward seinen Oheim diesen erhabenen Be-trachtungen überlassen hatte, folgte er seinem Führer, MeisterOliver, welcher, ohne ihn über einen der Haupthöfe zu leiten, ihnvielmehr durch geheime Gänge, die der freien Luft ausgesetzt wa-ren, hauptsächlich aber über eine Menge von Treppen, Gallertenund Gewölben leitete, welche durch versteckte Pforten aufuncrwar-teten Punkten in Verbindung standen, bis er ihn in eine große ver-gitterte Gallerie brachte, die ihrer Breite wegen auch wohleinZim-mer hätte heißen können, behängen mit Tapeten, die mehr alt alsschön waren, und mit einigen solcher steifen, kalten, geisterhaft aus-sehendcn Gemälden, die der ersten Morgendämmerung der Kunstangehören, ehe sich diese noch des vollen Sonnenaufgangs erfreute.Die hier aufgehängten stellten die Paladine Karls des Großen dar,die in der romantischen Geschichte Frankreichs als so ausgezeich-nete Gestalten erscheinen; und da die riesige Gestalt des berühmtenRoland die hervorragendste Figur war, so hatte das Zimmer da-von den Namen Rolandshalle oder Rolandsgallerie empfangen.
„Hier werdet Ihr Wache stehn," sagte Oliver so leise flü-sternd, als hätten die harten Züge der Fürsten und Ritterringsum durch die Erhebung seiner Stimme beleidigt werdenkönnen, oder als hätte er gefürchtet, den Wiederhall zu er-wecken, der in den Wölbungen und gothischen Massen dieseshohen und traurigen Gemachs lauern konnte.
„Was sind die Gegenstände und Zeichen meiner Wache?"antwortete Quentin in demselben unterdrückten Tone.
„Ist Eure Arkebuffe geladen?" erwiderte Oliver, ohne dieFrage zu beantworten.