bannen konnte, als der Graf auf den freigebigen Charakterseines Herrn und die reichen Pfründen Flanderns hindeuteie,so war es doch erst nach diesem Zufall, der, wie wir berich-teten, ihn höchlich erbitterte, daß er aus verwundeter Eitel-keit zur schlimmen Stunde beschloß, Ludwig XI. zu zeigen, daßkein Feind gefährlicher sein kann, als ein beleidigter Freundund Vertrauter.
Bei gegenwärtiger Gelegenheit ersuchte er Crovecoeur drin-gend, ihn zu verlassen, damit sie nicht beobachtet würden, aberer bestimmte ihm eine Zusammenkunft für den Abend in derAbtei St- Martins zu Tours, nach der Vesper; und das ineinem Tone, der den Burgunder versicherte, daß sein Herreinen Vortheil erhalten habe, den er kaum hatte hoffen kön-nen, außer in solch' einem Augenblick der Erbitterung.
Unterdessen verfolgte Ludwig, der, wiewohl der klügste Fürstseiner Zeit, doch bei dieser, wie bei andern Gelegenheiten,seine Klugheit hatte von der Leidenschaft überflügeln lassen,eifrig die Jagd des wilden Ebers, welche nun zu einem inter-essanten Punkte gediehen war. Es hatte sich getroffen, daßein Sounder (d. i. in der Sprache jener Zeit ein nur zwei-jähriger Eber) die Spur des eigentlichen Gegenstandes derJagd gekreuzt, und so alle Hunde (außer zwei oder drei Paaralter tüchtiger Hunde) und den größer» Theil der Jäger nachsich gezogen hatte. Der König sah mit innerem Vergnügen,daß Dunois, wie die Andern, dieser falschen Spur folgte,und freute sich iu Geheim an dem Gedanken, über diesen voll-kommenen Ritter zu triumphircn in der Kunst der Jägerei,die damals fast für eben so rühmlich, als der Krieg, galt.Ludwig war gut beritten und folgte den Hunden auf demFuße, so daß, als der eigentliche Eber sich in ein Stuck Moor-grund wandte, Niemand als der König selber ihm nahe war.