2V3
dem schrecklichen Thiere selbst vorbei, welches im scharfen Trottdaherrauschte, wüthend und mit Schaum bedeckt, den es mitseinen Hauern umher schleuderte. Balue, als er sich dem Eberso nahe sah, stieß ein schreckliches Hilfeschrei aus, und diesoder vielleicht der Anblick des Ebers, äußerte eine solche Wir-kung auf sein Roß, daß das Thier seinen stürmischen Laufplötzlich unterbrach, indem es ans die Seite sprang, so daßder Cardinal, der schon lange, nur weil es immer gradausging, seinen Sitz noch behauptet hatte, setzt schwer zu Bodenfiel. Das Ende von Balue's Jagd fand so nah beim Eberstatt, daß, wäre das Thier in diesem Augenblick nicht zu sehrmit seinen eignen Affaireu beschäftigt gewesen, die Nachbar-schaft so unheilvoll für den Cardinal hätte werden können,wie sie dem Favila, König der Westgothen, in Spanien ge-worden sein soll- Der mächtige Geistliche kam indeß mit derAngst weg, und indem er so hastig als möglich den Hundenund Jägern aus dem Wege kroch, sah er die ganze Jagd ansich vorübersausen, ohne daß ihm Beistand geworden wäre;denn die Jäger wurden zu jener Zeit durch dergleichen Miß-geschick so wenig zu Mitleid bewegt, als heut' zu Tage.
Der König sagte, als er vorrüber ritt, zu Dunois: „dortliegt Seine Eminenz ziemlich tief — er ist kein großer Jäger,obwohl er als Fischer (wenn es Geheimnisse zu Haschen gilt)dem St. Peter selber gleich thun mag. Er hat aber, denk'ich, für dies Mal genug."
Der Cardinal hörte die Worte nicht, aber der höhnischeBlick, mit dem sie gesprochen waren, ließ ihn ihren Inhaltim Allgemeinen errathen- Man sagt, der Teufel ergreife solcheGelegenheiten zur Versuchung, wie ihm hier durch Balue'SLeidenschaften geboten wurde, die so bitterlich durch den Hohndes Königs erregt worden waren. Die momentane Furcht