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dürste die Liste vor Sonnenuntergang nicht enden. Wer kannbehaupten, daß diese Damen in meinem Gebiete sind? Wer un-tersteht sich, wenn dem so wäre, zu sagen, daß ich ihre Fluchthieher begünstigt, oder sie mit dem Anerbieten meines Schutzesempfangen habe? Wer will behaupten, daß, wenn sie in Frankreich sind, mir ihr Zufluchtsort bekannt sei?"
„Sire," sagte Crövecoeur, „Ew. Majestät erlauben, ich warin dieser Hinsicht mit einem Zeugen versehn; er hatte die fluch«tigen Damen in dem Wirthshause, genannt rieur-se-Iys, nichtweit von diesem Schlöffe gesehn —er hatte auch Ew. Majestätin ihrer Gesellschaft, wiewohl unter der unwürdigen Maske ei-nes Bürgers von TonrS gesehn — einer, der in Eurer königli-chen Gegenwart, Botschaften und Briefe an ihre Freunde inFlandern empfing; die er aber alle in Hand und Ohr desHerzogs von Burgund ablieferte."
„Bringt ihn herbei," sagte der König; „stellt mir denMenschen gegenüber, der es wagt, solche offenbare Unwahr-heiten zu behaupten."
„Ihr sprecht triumphirend, Sire; denn Ihr wißt genau,baß dieser Zeuge nicht mehr lebt. Als er lebte, hieß er ZametMagraubin, von Geburt einer der wandernden Zigeuner. Erist gestern, wie ich hörte, von Leuten des Generalprofoß Ew.Majestät hingerichtet worden, wahrscheinlich um zu verhindern,daß er nicht hier stehen könne, um zu bestätigen, was er in dieserAngelegenheit dem Herzoge von Burgund sagte, in Gegenwartseiner Räthe und meiner, Philipp Crövecoeur von Cordes."
„Nun, bei unsrer Frau von Embrun!" sagte der König;„diese Beschuldigungen sind so arg, und ich weiß mich so freivon aller Mitwissenschaft von irgend etwas, was damit zusam-menhängt, daß ich, bei meiner königlichen Ehre, mehr dazu lache,als mich erzürne. Meine Profoßwache bringt täglich, wie es ihre