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6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
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So sagend bekreuzte sich der König andächtig, währender, wie es Quentin vorkam, einem höchst schlauen Vasallenglich, der den Werth irgend einer Sache herabgesetzt, die erselber gern behalten möchte, in der Absicht, entschuldigt dazu-stehn, wenn er sie seinem Oberhaupte nicht opfert.Wagt erso gegen den Himmel den Heuchler zu spielen," dachte Dur-ward,und mit Gott und den Heiligen zu scherzen, wie mager es nicht mit den Menschen thun, die seine Natur nicht sogenau durchschauen können?"

Ludwig begann, nach dieser momentanen frommen Anwand-lung, von Neuem:Nein, liebe Tochter, ich und ein Andererkennen deine wirkliche Gesinnung besser ha! lieber Neffevon Orleans, ik's nicht so? Heran, lieber Herr, und geleitetdiese fromme Vestalin zu ihrem Rosse"

Orleans erschrak bei diesen Worten des Königs und eilteihm zu gehorchen; aber dies geschah mit solcher Hast und Ver-wirrung, daß Ludwig ausrief:Ei, Vetter, zügelt Eure Ga-lanterie, und seht Euch vor!Welch' hitziges Ding ist docheines Ritters Eile bei manchen Gelegenheiten! Beinahe hättetIhr Anna's Hand statt der ihrer Schwester genommen. Sir,muß ich Euch Johannens Hand selbst geben?"

Der unglückliche Prinz blickte auf und schaute wie ein Kind,wenn es gezwungen wird, etwas zu berühren, wogegen es einennatürlichen Abscheu hatdann that er sich Gewalt an, und nahmdie Hand, welche die Prinzessin weder gab noch zurückhielt.Als sie dastanden, ihre kalten feuchten Finger von seiner be-benden Hand umschlossen, mit dem Blick am Boden Haftend,wäre es schwierig zu sagen gewesen, wer von den beiden jun-gen Wesen elender sei der Herzog, der sich an den Gegen-stand seiner Abneigung durch Bande gekettet fühlte, die er nichtzerreißen durfte, oder die unglückliche Jungfrau, die allzudeut-

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