Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
178
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Seite ihrer Schwester einher, sich des völligen Mangels jenerEigenschaften bewußt, welche die Weiber eifrig zu besitzen wün-schen, oder zu besitzen glauben. Sie war blaß, hager und vonkränklicher Gesichtsfarbe; ihre Gestalt neigte sich sichtbar nacheiner Seite, und ihr Gang war so ungleich, daß sie lahmheißen konnte. Schöne Zähne und Augen mit melancholischemAusdruck, Sanftmuth und Entsagung, mit einer Fülle licht-brauner Locken, waren die einzigen versöhnenden Punkte, welcheauch selbst die Schmeichelei aufzuzählcn wagen konnte, um derallgemeinen Unscheinbarkeit ihres Gesichts und ihrer Gestaltdas Gegengewicht zu halten. Um das Gemälde zu vollenden,so ließ sich an der Nachlässigkeit in der Prinzessin Kleidung,und an ihrem schüchternen Benehmen, leicht bemerken, daß sieein ungewöhnliches und niederschlagendes Bewußtsein ihres eig-nen unscheinbaren Aeußern besaß, und nicht einmal wagte, einenjener Versuche zu machen, um durch Benehmen oder durch Kunstdas zu ersetzen, was ihr die Natur versagt hatte, oder auf andereWeise sich beliebt zu machen. Der König (der sie nicht liebte,) ginghastig auf sie zu, als sie eintrat.Nun?" sagte er,unsreweltverachtende Tochter seid Ihr zu einer Jagdpartie, oderfür's Kloster gekleidet, heute Morgen? Sprich antworte!"

Für Alles, was Eurer Hoheit beliebt, Sire," sagte diePrinzessin, und zwar so, daß ihre Worte fast nicht lauter alsihr Athem waren.

Ja, wahrscheinlich möchtest du mich überreden, cs sei deinVerlangen, den Hof zu verlassen, Johanna, und der Welt mitihrer Eitelkeit zu entsagen. Ha! Mädchen, meinst du wohl,daß wir, dercrstgeborneSohn der Kirche, unsreTochter dem Him-mel'verweigern würden ? Unsre Frau und St. Martin verhüte,daß wir ein solches Opfer ausschlagcn sollten, wenn es des Al-tars würdig wäre, oder käme der Ruf in Wahrheit von oben!"