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sich unterdessen von seinem ersten Erstaunen erholt hatte, betrach-tete nun des Königs Aeußeres aufmerksamer, und war erstaunt,zu finden, wie verschieden er jetzt sein Benehmen und seine Zügegestaltete, als es bei ihrer ersten Zusammenkunft gcschehn war.
Im Aeußern war wenig Veränderung zu bemerken, denn Lud-wig, der stets sein äusseres Ausfehn verachtete, trug bei dieser Ge-legenheit ein altes dunkelblaues Jagdkleid, nicht viel besser, alsdie schlichte Bürgertracht vom vorigen Tage, und einen großenRosenkranz von Elfenbein, den ihm Niemand Geringeres als derGroßherr gesandt hatte, und zwar mit der Versicherung, daß ihnein koptischer Eremit auf dem Libanon, ein Mann von großer Hei-ligkeit, getragen habe. Und statt der Mütze mit einem einzigenBilde trug er nun einen Hut, dessen Band mit wenigstens einemDutzend kleiner schlichter, aus Blei geformter Heiligenbilder ge-schmückt war. Aber diese Augen, die Quentin's früherer Empfin-dung zu Folge, nur Liebe zum Gewinn zeigten, hatten nun, daer wußte, sie gehörten einem geschickten und mächtigenMonarchen,einen durchdringenden und majestätischen Blick; und dieseRunzelnder Stirn, die er als Folge einer langen Reihe kleinlicherHandels-pläne angesehn hatte, schienen nun die Furchen, welche der Scharf-sinn, beschäftigt mit dem Schicksale von Völkern, gezogen hatte.
Gleich nach des Königs Auftreten, erschienen die Prinzessinnenvon Frankreich, mit den Damen ihres Gefolges, im Zimmer. Mitder ältern, später an Peter von Bourbon verheiratheten und inFrankreichs Geschichte unter dem Namen der Dame von Beaujenbekannten, hat unsre Erzählung wenig zu thun. Sie war großund ziemlich hübsch, besaß Beredtsamkeit, Talent und viel vonihres Vaters Scharfsinn, welcher großes Vertrauen auf sie setzteund sie liebte, wie er überhaupt nur Jemand lieben konnte.
Die jüngere Schwester, die unglückliche Johanna, die be-stimmte Braut des Herzogs von Orleans, trat schüchtern an der
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