161
„Und auf eine burgundische Luft, sie zu entfalten," setzteLindesay hinzu.
„Mit ganzer Seele, die noch in diesem abgenutzten Kör-per übrig ist, thue ich den Bescheid, Ihr Bursche, rief LordCrawford, „und so alt ich bin, glaub' ich doch, sie noch flat-tern zu sehen. Hört an, Kameraden," (der Wein hatte ihnetwas mittheilend gemacht,) „Ihr seid Alle treue Diener derfranzösischen Krone, und warum solltet Ihr es daher nichtwissen, daß eine Botschaft vom Herzog Karl von Burgundangekommen ist, die nicht eben Freundliches überbringt."
„Ich sah des Grasen von Crbvecoeur Equipage, Pferdeund Gefolge," sagte einer von den Gästen, „dort unten imWirthshaus an der Maulbecrpflanzung. Man sagt, der Kö-nig wolle sie nicht im Schlosse zulasten"
„Nun, der Himmel schick'ihm eine ungnädige Antwort!"sagte Guthrie; „doch worüber beklagt er sich denn?"
„Ueber eine Masse unangenehmer Vorfälle auf den Grän-zen," sagte Lord Crawford; und zuletzt darüber, daß der Kö-nig eine Dame seines Landes, eine junge Gräfin, unter seinenSchutz genommen habe, die von Dijon geflohen war, weilsie der Herzog, als seine Pflegbefohlene, mit seinem GünstlingCampo-Basso vermählen wollte."
„Und ist sie wirklich ganz allein hieher gekommen, My-lord?" fragte Lindesay.
„Nicht ganz allein, sondern mit der alten Gräfin, ihrerVerwandten, die sich in dieser Sache den Wünschen ihrer Basegefügt hatte."
„Und wird der König," sagte Cunningham, „da er desHerzogs Lehnsherr ist, sich zwischen den Herzog und dessenMündel drängen, über die Karl das nämliche Recht hat, das,Quentin Durwnrd. I. 11