Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
160
Einzelbild herunterladen
 

ihnen heute vereinigt hatte. Die Gesundheit ward gebracht underwidert, wie sich erwarten läßt, mit manch' fröhlichen: Rufe;dann berichtete der alte Führer, daß er den Meister Olivier mitdem bekannt gemacht habe, was an diesem Tage geschehen sei:und wie nun," sagte er,die Bartscherer keine große Liebezu den Halsumdrehern haben, so hat er sich mit mir vereinigt,einen Befehl vom König zu erlangen, welcher dem Profoß ge-bietet, jedes Verfahren gegen Quentin Dnrward, sei -der Vor-wand dazu, welcher er wolle, cinzustellen, und bei jeder Ge-legenheit die Privilegien der schottischen Leibwache zu respeciiren."

Von neuem brach der Jubel aus, die Becher wurden wie-der gefüllt, bis sie überlaufen wollten, und man trank aufdas Wohl des edlen Lord Crawford, des tapsern Erhaltersder Privilegien und Rechte seiner Landsleute. Der gute alteLord konnte nicht umhin, aus Höflichkeit darauf Bescheid zuthun, er sank, ohne daran zu denken, in den für ihn bereit-stehenden Stuhl, ließ Quentin an seine Seite kommen, undüberhäufte ihn so mit Fragen über den Zustand Schottlands,die dort lebenden großen Familien, daß er kaum fähig war,alle zu beantworten; während dem berührte der gute Lordim Laufe der Fragen, gleichsam parenthesenartig zuweilen denBecher, indem er bemerkte, die Geselligkeit gezieme schottischenEdelleuten, nur sollten junge Leute, wie Quentin, dieselbe miteiner gewissen Vorsicht üben, damit sic nicht zur Ausschweifungausarte; bei dieser Gelegenheit brachte er noch so manchesTreffliche vor, bis seine eigene Zunge, obwohl mit dem Lobeder Mäßigkeit beschäftigt, etwas schwerer als gewöhnlich zuwerden anfing. Jetzt, als die militärische Begeisterung derCompagnie mit jeder Flasche die geleert wurde, sich vermehrte,forderte sie Cunningham auf, auf das baldige Erheben derOri flamme (das königliche Banner von Frankreich) zu trinken.