einige Zeit die reichen Ebenen von Tours in die gebirgigenund öden Gegenden Kalcdoniens verwandelt.
Als ihre Begeistrung auf's Höchste gestiegen war und jedersich bemühte, etwas zum theuren Andenken an Schottland vorzu-bringen, empfing ihr Enthusiasmus neue Nahrung durch die An-kunft des Lord Crawford, der, wie Balafrö richtig prophezeihthatte, an der königlichen Tafel wie auf Dornen fast, bis sich ihmeine Gelegenheit bot, zu entschlüpfen, und sich beim Gelage seinerLandsleute cinzufinden. Ein stattlicher Sitz war für ihn am obernEnde der Tafel bewahrt, denn gemäß den Sitten des Zeitaltersund der Constitutionen dieses Korps, konnte der Hauptmann,obwohl er als Führer und Befehlshaber desselben nur unter demKönig und dem Großconnetablc stand, doch, da alle Mitglieder(wie wir jetzt sagen, die Gemeinen,) des Korps den Rang alsEdellcute von Geburt besaßen, mit ihnen ohne Unschicklichkeit amnämlichen Tische sitzen, und sich nach Gefallen bei ihren Festlichkei-ten einfinden, ohne seiner Befehlshaberwürde etwas zu vergeben.
Diesmal lehnte es indeß Lord Crawford ab, den für ihnbereiteten Sitz einzunehmen, empfahl ihnen „sich lustig zu ma-chen," und sah stehend dem Schmause zu, mit einer Miene,die große Freude darüber auszudrückcn schien.
„Laß ihn für sich," flüsterte Cunningham dem Lindcsay zu,als der letztere ihrem edlen Hauptmann den Wein darbot, —„laß ihn für sich — jage nicht eines andern Vieh — laß ihnselber thun, wie ihm beliebt."
In der That schüttelte auch der alte Lord, der erst gelächelthatte, das Haupt und stellte den unberührten Weinbecher vor sichhin; dann begann er, als geschehe es in einer Art von Geistesab-wesenheit, ein wenig davon zu nippen, und dabei besann ersich zum Glück, daß es unschicklich sein würde, wenn er nicht dieGesundheit des wacker» Jünglings trinken wollte, der sich mit