Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
158
Einzelbild herunterladen
 

1

158

aber bei gegenwärtiger Gelegenheit bemühte sich Ludwig, etwasbessern als den gewöhnlichen Wein zu verschaffen, und er be-merkte, daß deralte Lord gewiß bei der Hand sein werde, der,während er ihnen Mäßigkeit predige, doch selber, wenn er auchschon an der königlichen Tafclso viel Wein getrunken hätte, als aufanständige Weise thunlich wäre, des Abends dann keine schicklicheGelegenheit vorüberlaffe, fernerdemWeinkrugc zu huldigen; drummüßt.Jhr Euch bereit machen, Kameraden," sagte er,die altenGeschichten von der Schlacht beiVernoil und Beaugö anzuhören."

Das gothischc Gemach, wo sie gewöhnlich zusammen kamen,wurde daher schleunig in beste Ordnung gebracht; die Dienerwurden ausgcschickt, grüne Reiser zu sammeln, um die Flurdamit zu bestreuen; und Fahnen, unter denen die schottischeGarde zur Schlacht gegangen war, oder die sie aus den feind-lichen Reihen erbeutet Halle, wurden als Teppich über dieTafel und rings an den Wänden des Zimmers ausgebreitet.

Der nächste Punkt war, den jungen Rekruten so schnell alsmöglich mit der Kleidung und den eigenthümlichen Waffen derLeibwache zu versehen, damit er in jeder Hinsicht als Theil-habcr ihrer wichtigen Privilegien erscheinen möchte, Kraftderen, wie durch die Unterstützung seiner Landsleute, er gutenMuthes dec Gewalt und dem Mißfallen des Generalprofoßtrotzen könnte obwohl die eine als furchtbar, das andreals unversöhnlich bekannt war.

Das Banket war im höchsten Grade fröhlich, und die Gästeüberließen sich ganz dem Drange ihrer landmannsschaftlichcnVorliebe, indem sie in ihre Reihen einen Rekruten aus ihrergeliebten Heimat- aufnahmen. Alte schottische Lieder wurdengesungen, alte Geschichten von schottischen Helden erzähltdie Thaten ihrer Väter, und die Sccncn, wo diese geschehenwaren, wurden in'S Gedächtniß gerufen: und so wurden auf