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6 (1851) Quentin Durward
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die Eigenheiten dieses Fürsten vollkommen zu verstehen und sichihnen zu bequemen. Trotzdem war seine Fähigkeit doch allzubeschränkt, als daß er zu einem höhern Range hätte aufsteigenkönnen, und obwohl ihm Ludwig bei vielen Gelegenheiten großeFreundlichkeit bezeigte, blieb Balafrü doch immer bloßer Leib-gardist oder schottischer Bogenschütze.

Ohne seines Oheims Charakter völlig zu durchschauen, fühltesich Quentin doch verletzt durch die Gleichgiltigkeit, die er dcrun-glücklichcn Ausrottung der ganzen Familie seines Schwagers be-wies) und dabei konnte er auch nicht umhin, sich höchlich zu wun-dern, daß ihm ein so naher Verwandter nicht den Beistand seinerBörse anbot, den er, ohne Meister Peters Edelmuth, geradezuhätte von ihm erbitten müssen- Jndeß that er seinem Oheim Un-recht, wenn er glaubte, daß dieser Mangel an Aufmerksamkeit inBezug aufseine wahrscheinlichen Bedürfnisse dem Geize zuzuschrei-bcn sei. Da er gerade gegenwärtig selber kein Geld brauchte, wares demBalafrü nicht eingefallen, daß sich sein Neffe in drückenderVerlegenheit befinden möge; außerdem hielt er einen nahen Anver-wandten zu sehr für einen Theil seiner selbst, als daß er für dasWohl seines lebenden Neffen nicht eben so hätte sorgen sollen, alser bemüht war, für das seiner verstorbenen Schwester und ihresGatten zu sorgen. Wasaberauch immer derBeweggrundwar, soblieb diese Vernachlässigung dem jungen Durward doch keineswegserfreulich, und er wünschte mehr als einmal, daß er beim Herzogvon Burgund Dienste genommen hätte, bevor er sich mit dessenFörster gestrittenhatte.Was dannauch auS mirgewordcn wäre,"dachte er bei sich selbst,ich hätte doch dann stets meinen Muthdurch den Gedanken aufrecht erhalten können, daß ich im schlimm-sten Falle einen zuverlässigen Freund an diesem meinem Oheimbehalten hätte- Aber nun Hab' ich ihn gesehen, und leider Hab'ich mehr Beistand bei einem ganz fremden Bürgersmann gefun-