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6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
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den zerrütteten Zustand Frankreichs nur noch verschlimmernkonnten.

Ohne gerade grausamen Sinnes zu sein, war Balafrü ausGewohnheit gleichgiltig gegen Menschenleben und Menschen-leidcn; er war vollkommen unwissend, beutegierig, ohne Be-denklichkeit, wie sie zu erlangen war, und verschwenderisch, wenner sie zur Befriedigung seiner Leidenschaften verwandte- Die Ge-wohnheit, einzig und allein auf seine Interessen zu achten, hatteihn zu einem der selbstsüchtigsten Wesen von der Welt gemacht,so daß er selten fähig mar, wie der Leser bemerkt haben wird,einen Gegenstand lange zu behandeln, ohne zu prüfen, wie ersich zu ihm selbst verhalte, oder, wie man cs nennt, ohne dieSache zu seiner eignen zu machen, aber nicht nach den Ge-fühlen, welche sich auf die goldne Regel gründeten, sondernnach ganz verschiedenen- Dazu kam noch, daß der enge Kreisseiner Pflichten und seiner Vergnügungen allmählig auch seineGedanken, Hoffnungen und Wünsche eingeengt und größten-theils den stürmischen Geist der Ehre, so wie das Verlangennach Auszeichnung in Waffen gedämpft hatte, wodurch seineJugend einst begeistert worden war. Kurz, Balafre war einstrenger Krieger, verhärtet, selbstisch und engherzig, thätig undkühn in der Befolgung seiner Pflicht, kümmerte er sich um wenig,was darüber hinausging, außer daß er eine bequeme äußereFrömmigkeit beobachtete, die dann und wann durch eine Aus-schweifung versüßt wurde, an welcher sein Genosse und Beicht-vater, Bruder Bonifaz, Theil nahm. Wäre sein Geist nur vonumfassenderem Charakter gewesen, so wäre er wahrscheinlich zueiner bedeutendern Bcfehlshaberstclle befördert worden. Dennder König, der jeden Soldaten seiner Leibwache persönlichkannte, setzte großes Vertrauen in Balafre's Muth und Treue,und dabei hatte der Schotte auch Klugheit und Geschick genug,