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6 (1851) Quentin Durward
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Nun, siebst Du nicht, in welchem von diesen Staaten einGlücksritter am höchsten steht, und zu den höchsten Ehren zukommen vermag?"

Ich glaube, Euch zu verstehen, lieber Oheim," antworteteder Neffe;aber, nach meiner Meinung, läßt sich keine Ehreda gewinnen, wo keine Gefahr ist. Es ist denn doch wahr-haftig, verzeiht mir den Ausdruck, ein sehr bequemes und bei-nahe faules Leben, bei einem bejahrten Manne Wache zu hal-ten, dem Niemand Leid zuzufügen denkt; den Sommertagwie die Winternacht in jenen Festungswerken zu verbringen,sich in einen eisern Käsig cinsperren zu lassen, aus Besorgniß,daß man vom Posten laufen möchte Oheim, Oheim! dasist nur wie der Habicht auf seiner Stange, der nie in dieFelder hinausgebracht wird!"

Nun, beim heiligen Martin von Tours, der Knabe hatGeist und Feuer; es ist etwas von den Leslps in ihm; ganzwie ich selbst, nur um etwas unbesonnener! Hör' an, jun-ger Mann lang lebe der König von Frankreich! es ver-geht fast kein Tag, wo es nicht einen Auftrag gibt, wobeifür seine Leute Geld und Ehre zu gewinnen ist. Glaube janicht, die tapfersten und gefahrvollsten Thaten würden immerbei Sonnenlicht vollführt. Ich könnte dir von mancherlei er-zählen, z. B- vom Ersteigen von Schlössern, vom Einbringenvon Gefangenen u. s. w-, wo Einer, ohne gerade einen großenNamen dabei zu erwerben, sich doch größern Gefahren bloß-gestellt und höhere Gunst gewonnen hat, denn irgend ein Des-perado im Gefolge des desperaten Karl von Burgund. Undwenn es Seiner Majestät gefällt, hier zu bleiben, währendwir dergleichen vollbringen, so bleibt ihm um so mehr Muße,die Abenteurer, deren Gefahren und deren Waffenthaten ervielleicht besser beurtheilen kann, als hätte er selber Theil