117
als ein Pfand für mich betrachten mußte, das Kleid eines No-vizen nahm, mich den Klosterregeln fügte und selbst lesen undschreiben lernte."
„Lesen und Schreiben!" rief Balafrö, der einer von denLeuten war, die jegliche Kenntniß für wunderbar halten, welcheihre eigene übersteigt, — „schreiben, sagst du, und lesen! ich kannes nicht glauben — kein Durward konnte seinen Namen schreiben,so viel ich hörte, und auch kein Lesly. Für einen davon kann ichbürgen, ich kann nicht besser schreiben, als fliegen. Nun, inSt. Ludwig's Namen, wie haben sie Dich das gelehrt?"
„Anfangs wurde mir's schwer," sagte Durward, „wurde aberdurch Uebung leichter. Ich war schwach wegen meiner Wun-den und meines Blutverlustes, und wollte gern auch meinenRetter, dem Pater Peter, dankbar sein, und daher liest ichmich leichter zu der Arbeit bewegen. Nachdem jedoch meinegute Mutter einige Monate krank gewesen war, starb sie, undda meine Gesundheit nun völlig wieder hcrgcstellt war, thcilteich meinem Wohlthäter, der auch Subprior des Klosters war,meine Abneigung, die Weihen zu empfangen, mit; es wardnun unter uns beschlossen, daß, da ich keinen Beruf zum Klo-sterleben empfand, ich in die Welt geschickt werden sollte, ummein Glück zu suchen, und daß, um den Subprior vor demZorn der Ogilvier zu schützen, meine Entfernung den Scheinder Flucht haben sollte; aus diesem Grunde nahm ich auchden Falken des Abtes mit mir fort. Aber ich ward förmlichentlassen, wie aus der Handschrift und dem Siegel des Abtesselbst zu ersehen ist."
„Das ist recht — das ist gut!" sagte der Oheim. „UnserKönig kümmert sich wenig darum, was du etwa gestohlenhaben magst, aber er hat einen Abscheu vor Allem, was wie