Versprechen, welches meine Mutter und er gaben, daß ichein Mönch werden sollte."
„Ein Mönch!" rief der Oheim — „heiliger Andreas! da-rauf war' ich nie gefallen. Niemand, von Kindheit an, hatmich auch nur im Traume je zum Mönch machen wollen; —und doch wundere ich mich, wenn ich es bedenke; denn duwirst zugeben, daß ich, abgesehen von Lesen und Schreiben,was ich nie lernen konnte, und dem Psalmsingcn, was ich nieertragen konnte, und der Kleidung, die nur für einen tollenBettler ist, unsre Frau verzeih' mir's! (hier bekreuzte er sich)und den Fasten, die gar nicht für meinen Appetit passen, daßich jedenfalls einen so guten Mönch abgegeben hätte, als meinkleiner Gevatter zu St. Martin drüben. Doch, ich weiß nichtwarum, keiner hat mir diesen Beruf vorgeschlagen. — Also,lieber Neffe, du solltest ein Mönch werden — und warumdas, ich bitte dich?"
„Daß meines Vaters Haus enden möchte, entweder imKloster oder im Grabe," antwortete Quentin tief bewegt.
„Ich verstehe," — sagte sein Oheim — ich begreife. SchlaueSchurken! ganz schlau! und doch hätten sie sich betrügen dür-fen. Denn sic-, lieber Neffe, — ich besinne mich da auf denKanonikus Robersart, der die Gelübde abgelegt hatte, unddoch ist er nachher aus dem Kloster gewichen und ein Haupt-mann von Freitruppcn geworden. Er hat eine Geliebte, dasartigste Weib, das ich je gesehn habe und drei hübsche Kin-der; — man darf den Mönchen nicht trauen, lieber Neffe,— nie kann man ihnen trauen — sie können Soldaten wer-den, und Väter, wenn man sich's am wenigsten versieht; —doch weiter mit deiner Geschichte."
„Ich habe wenig mehr zu erzählen," sagte Durward,„außer daß ich, weil ich meine arme Mutter gewissermaßen