Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
112
Einzelbild herunterladen
 

112

von Bordeaux, wenn ich Dich dort wie einen Storch aufStelzen hätte marschiren sehen *). Aber setze Dich nieder, setze Dich nieder wenn cs traurig zu hören ist, so ha-ben wir Wein, der wird es uns tragen helfen. Heda! alte Gau-nerseele, guter Wirth, bring uns Dein Bestes, und das gleich."

Der wohlbekannte Klang des schottisch-französisch war inden Wirthshäusern bei Plessis eben so gewöhnlich, als späterder des Schweizerfranzösisch in den Schenken von Paris; undschnell ja, mit der Schnelligkeit der Furcht und Uebereilung,ward es gehört und befolgt. Eine Flasche Champagner standvor ihnen, wovon der Aeltere einen guten Schluck nahm, wäh-rend sich der Neffe nur zu einem mäßigen Nippen verstand,um des Oheims Artigkeit Genüge zu thun, indem er zur Ent-schuldigung sagte, er habe diesenMorgen bereits Wein getrunken.

Das wäre eine gute Entschuldigung im Munde DeinerSchwester, lieber Neffe," sagte Balafre; Du mußt den Wein-krug weniger fürchten, sobald Du einen Bart im Gesicht tra-gen und Dich Krieger nennen wirst. Aber wohlan! leg'Dein schottisches Felleisen ab, thcil uns die Neuigkeitenvon Glen-Houlakin mit! Was macht meine Schwester?"

Todt lieber Oheim!" antwortete Quentin traurig.

Todt!" wiederholte der Oheim mit einem Tone, der eherVerwunderung als Mitgefühl ausdrückte.Ei, sie war fünf Jahrjünger als ich, und ich befand mich nie in meinem Leben wohler-Todt! 's ist unmöglich! Ich habe nie Kopfweh gehabt, außernachdem ich einmal meine zwei oder drei Tage Urlaub mit den Brü-dern der fröhlichen Wissenschaft geschwärmt hatte und meine

-) Die Stelze» die man in Schottland braucht um über Bache zuschreiten. Die Landlente in der Umgegend oon Bordeaux bediene» sichderselben, um damit durch die lockern Sandgegenden, lan<Io8 genannt,zu gehe».