Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
105
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Schleiers und der Laute zu wissen wünschte, da man ver-muthen kann, daß er wenigstens gern wissen wollte, ob sievielleicht die nämliche sei, die er in demüthiger Dienstleistungbei Meister Peter gesehn, so läßt sich leicht begreifen, warumer nicht in ganzer Breite und Lange sein Gesicht und seinePerson im eigenen Fenster zur Schau stellte. Durward ver-stand die Kunst besser, Vögel zu fangen; und indem er seinePerson geschickt auf der einen Seite seines Fensters zu ver-bergen wußte, während er nur durch das Gitter des Ladensschaute, genoß er das Vergnügen, einen weißen, runden, schö-nen Arm zu sehen, der das Instrument herabnahm, und ebensoward auch seinen Ohren gleich nachher ein Theil des Lohnesfür sein geschicktes Benehmen.

Das Mädchen des kleinen Thurms, des Schleiers und derLaute, sang genau solch eine Weise, wie wir gewohnt sind anzu-nehmen, daß sie von den Lippen der hochgebornen Damen der Rit-terzeit geflossen sei, während Ritter und Minnesänger lauschtenund schmachteten. DieWorte enthielten weder so viel Sinn, Geistnoch Phantasie, um die Aufmerksamkeit von der Musik abzuziehen,noch zeigte die Musik so viel Kunst, um alle Empfindung von denWorten abzulenkcn. Das Eine schien zu dem Andern zu paffen;und wenn daHLied ohne die Weise recitirt worden, oder die Weiseohne die Worte gespielt worden wäre, so hätte Keines von beidenWerth gehabt. Es dürfte sich daher kaum ziemen, Worte anzufüh-ren, die weder gesprochen noch gelesen, sondern nur gesungen wer-den sollten. Doch hatten solche Proben alter Poesie stets einen ge-wissen Zauber für uns; und da der Ton für immer verloren zstwenn es nicht Bishop gelingt, die Noten aufzufinden, oder irgendeine Lerche Stephens die Weise trillern lehrtso wollen wir unserAnsehn und den Geschmack der Dame von der Laute daran wagen,indem wir die Verse aufschreiben, einfach und schlicht wie sie sind: