97
die Frage stellte- ,,Ein Holdes Mädchen, um Dienerin ineiner Herberge zu sein? — ste könnte das Haus eines ehr-lichen Bürgers zieren; aber ste Hat schlechte Erziehung, ist vonniederer Herkunft "
ES ereignet stch bisweilen, daß ein zufälliger Schuß einstattliches Schloß in die Lust sprengt, und der Architekt hegtbei solchen Gelegenheiten wenig Wohlwollen gegen den, derden Schuß sandte, obwohl der Schaden von Seiten des Be-leidigers ganz unabsichtlich war- Quentin war in Verlegen-heit, und wäre gern böse gewesen — ohne selbst zu wissenwarum, — auf diesen alten Mann, nur weil er ihm erklärthatte, das reizende Geschöpf sei weder mehr noch weniger,als worauf ihre Beschäftigung hindeutete: die Dienerin ineinem WirthshauS; allerdings eine höhere Dienerin und wahr-scheinlich Nichte des Wirths, oder so etwas; doch immer nureine Dienerin, und verpflichtet als solche sich mit den Launenund Gewohnheiten der Gäste zu vertragen, vorzüglich mit denendes Meister Peter, der jedenfalls mancherlei Grillen hatte undreich genug war, um sich der Nachgiebigkeit gegen dieselbenzu versichern.
Der Gedanke, der zögernde Gedanke kehrte jetzt in ihmwieder, daß er dem alten Herrn den Unterschied ihres Stan-des andcuten und ihm zu verstehen geben müsse, daß, wiereich er immer sein möchte, sein Reichthum ihn doch nicht aufgleiche Höhe mit einem Durward von Glen-Houlakin setzenkönne. Doch, wie oft er mit solchem Vorsatze auf MeisterPetcr'S Gesicht blickte, so blich doch, trotz des zu Boden ge-schlagenen Blickes, der gedruckten Züge und der schlechten undelenden Kleidung, noch etwas, was den jungen Mann ver-hinderte, das Uebergewicht, welches er über den Kaufmannzu besitzen wähnte, geltend zu machen. Im Gegentheil, jeQuentin Durward. I. 7