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6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
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mochte:Ich tadele dich nicht, Jacqueline, und du bist auch zujung, um das schon zu sein, was du dereinst noch leider wer-den mußt: ein falsches und verrätherisches Wesen, gleich allenübrigen deines leichtfertigen Geschlechts. Keiner wuchs je zumManne heran, ohne daß er Gelegenheit gehabt hätte, euchAlle kennen zu lernen. ") Hier ist ein schottischer Cavalier,der dir das nämliche sagen wird."

Jacqueline blickte einen Augenblick auf den jungen Fremden,als wollte sie Meister Peter gehorchen, aber dieser Blick, so mo-mentan er auch war, kam Durward doch wie eine pathetische Auf-forderung um Unterstützung und Mitleid vor; um mit der schnel-len Bercdtsamkeit derjugcndlichen Gefühle und der romantischenVerehrung des weiblichen Geschlechts, die ihm seine Erziehungeingeflößt, antwortete er eifrig:er wollte seinen Handschuh so-gleich hinwerfen für jeden Gegner, der ihm an Stand und Altergleich sei, welcher sich unterstände zu sagen, ein solches Gesicht,welches er eben vor sich sähe, könne von anderm als dem reinstenund treuesten Sinne beseelt sein."

Das junge Mädchen ward todtenbleich und warf einen zwei-felhaften Blick auf Meister Peter, bei dem das Bravado des jun-gen Ritters ein mehr höhnisches als beifälliges Lachen zu erregenschien. Quentin, dessen zweite Gedanken gewöhnlich die ersten ver-besserten, wiewohl oft erst nachdem sich diese geäußert hatten, cr-röthete tief, daß er etwas gesagt habe, was als leere Prahlerei ge-deutet werden könnte, und zwar in Gegenwart eines alten Man-nes von friedlichem Gewerbe; und als eine Art gerechter und pas-sender Buße dafür, beschloß er, geduldig das Lächerliche, dem ersich ausgesetzt hatte, zu ertragen. Er bot Becher und MefferMeister

') Es war einer der unliebenswürdigen Charakterzüge Lndwig'S, undzwar einer der übelste», daß er äußerst geringschätzig von dem Verständeso wie von dem Charakter des schonen Geschlechts dachte.