Mann, wie kurze Zeit die Blutverwandtschaften unter denhochgestellten Personen dauern;" dann veränderte er den ge-fühlvollen Ton, mit dem er begonnen hatte, und fügte heiterhinzu: „überdies, wenn der Herzog seinen Vater geschlagenhat, so steh' ich dafür, sein Vater hat ihn früher auch geschla-gen, und so hebt sich das gegenseitig auf."
„Ich bin erstaunt, Euch so reden zu hören," sagte der Schotte,vor Zorn erröthend; „graue Haare, so wie die Euren, solltendoch passendere Gegenstände zum Scherz haben. Wenn der alteHerzog seinen Sohn in der Kindheit schlug, so hat er ihn nichtgenug geschlagen: denn besser, er wäre unter der Ruthe gestor-ben, als daß er lebt, um die Christenwelt schamroth zu ma-chen, das solch ein Ungeheuer getauft worden ist."
„Auf die Art," sagte Meister Peter, „wie Ihr die Cha-raktere der Fürsten und Oberhäupter wägt, war' cS, glaub'ich, besser gewesen, wenn Ihr selber ein Häuptling gewordenwäret; denn wo wird ein so Weiser einen Häuptling finden,der gut genug wäre, ihm zu befehlen?"
„Ihr lacht über mich, Meister Peter," sagte der Jüng-linggutgelaunt, „und vielleicht habt Ihr Recht. Doch Ihr habteinen Mann nicht genannt, der ein wackerer Anführer ist,und eine tapfere Schaar hier hält, unter dem auch ein Mannrecht wohl Dienst suchen könnte."
„Ich kann nicht errathcn, wen Ihr meint."
„Nun, ihn, der gleich Mahomed's Sarg (verflucht sei derMahomed!) zwischen den zwei Magnetsteinen hängt; ihn, denman weder Franzosen noch Burgunder nennen kann, aber derzwischen beiden das Gleichgewicht zu halten weiß, den beidefürchten, dem beide dienen, so große Fürsten sie auch sind."
„Ich kann nicht errathcn, wen ihr meint," sagte MeisterPeter nachsiunend.