sich jetzt mit einer offenen und öffentlichen Heerstraße verei-nigte, sagie zu seinem Gefährten, der Gasthof, zu dem siegehen wollten, stehe etwas abgeschieden, und empfange nurdie bessere Sorte von Reisenden.
„Wenn Ihr die meint, die mit dem besser gefüllten Beutelreisen," sagte der Schotte, „so gehöre ich nicht zu ihnen, undwill es lieber mit Euren Schindern auf der Heerstraße, alsmit Euren Schindern im Wirthshaus versuchen!"
„I'asques dien!" sagte sein Führer, „wie vorsichtig ihrLeute von Schottland seid! Ein Engländer stürzt kopfüberin's Wirthshaus, ißt und trinkt auf's Beste, und denkt nichteher an die Rechnung als bis der Magen voll ist. Doch Ihrvergeßt, Meister Quentin, da Quentin einmal Euer Nameist, Ihr vergeßt, daß ich Euch ein Frühstück schuldig bin fürdas Naßwerdcn, das Euch mein Mißverständnis) bereitete —es wird die Buße für mich sein, weil ich Euch beleidigte."
„Wahrhaftig," sagte der leichtherzige junge Mann, „ichhatte Naßwerdcn, Beleidigung, Buße und Alles vergessen.Ich habe meine Kleider wieder trocken gegangen, oder bei-nahe; aber doch will ich Euer freundliches Anerbieten nichtabschlagen. Denn mein gestriges Mittagessen war ein sehrleichtes, und Abendbrod Hab' ich gar nicht gehabt- Ihr scheintmir ein alter achtbarer Bürger, und ich sehe nicht ein, wa-rum ich Eure Höflichkeit nicht annehmen sollte."
Der Franzose lächelte seitwärts, denn er sah wohl, daßder Jüngling, während er jedenfalls halbverhungert war,doch einige Schwierigkeit fand, sich mit dem Gedanken zu ver-söhnen, daß er auf eines Fremden Kosten speisen sollte, unddaß er es versuchte, seinen inncrn Stolz durch die Ucberlegungzurückzuweisen, daß, bei so geringer Gefälligkeit, der Empfän-ger eben so gefällig sei, als jener, der die Höflichkeit anbiete.