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„War' ich König Ludwig, würd' ich sie doch weiter vonmeinem Palast aufgehangen haben," sagte der Jüngling.„In meiner Heimath hängt man todte Raben auf, wo leben-dige Hausen, aber nicht in die Gärten oder Taubenhäuser.Der Aasgeruch hat wirklich — pfui! — meine Nase erreicht,selbst bis -u der Entfernung, wo wir stehen."
„Wenn Ihr als ein ehrlicher und treuer Diener EuresFürsten lebt, mein guter Jüngling," antwortete der Fran-zose, „so werdet Ihr begreifen, daß es keinen angenehmernGeruch geben kann, als den eines tobten Verräthers."
„Ich werde nie wünschen, länger zu leben," sagte derSchotte, „wenn ich den Geruch meiner Nase und das Ge-sicht meiner Augen verlieren soll; — zeigt mir einen lebendi-gen Verräther, und hier ist meine Hand und meine Waffe;aber wenn sein Leben hin ist, sollte auch der Haß nicht län-ger leben. Aber hier, denk' ich, kommen wir ja in's Dorf.Da hoff' ich Euch zu zeigen, daß weder Nässe noch Unmuthmir den Appetit zum Frühstück genommen haben. Daher, meinguter Freund, zum Wirthshause, so schnell Ihr vermögt. —Doch eh' ich Eure Bewirthung annehme, laßt mich wissen, wieich Euch nennen soll."
„Nennt mich Meister Peter," antwortete der Begleiter.„Ich gebe nichts auf Titel. Ein freier Mann, der von demSeinigen leben kann — das ist mein Titel "
„Gut denn, Meister Peter," sagte Quentin, „und es freutmich, daß uns unser gutes Glück zusammengeführt hat; dennich bedarf einen guten Rath und werde dankbar dafür sein."
Während sie so sprachen, zeigte der Kirchthurm, und einhohes hölzernes Cruzifir, welches sich über die Bäume erhob,daß sie am Eingänge des Dorfes waren.
Aber Meister Peter, ein wenig vom Wege abbeugend, der
Quentin Dnrwnrd. I. 6