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6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
63
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Nun, für wohlhabende Bürger, jedenfalls?" sagte derJüngling;oder, halt! euch, Herr, für einen Geldwechsler oderKornhändler; und dieser Mann ist ein Fleischer oder Viehhändler.

Du hast unsre Eigenschaften so ziemlich erkannt," sagte derAeltere lächelnd.Mein Geschäft ist freilich, so viel Gold, alsnur möglich, einzuwechseln, und meines Gevatters Geschäft hatauch etwas von dem eines Fleischers. Was deine Bequemlich-keit betrifft, so wollen wir versuchen, dir behilflich zu sein, vorallem jedoch muß ich erfahren, wer du bist und wohin du ge-denkst? Denn gegenwärtig sind die Straßen erfüllt von Rei-senden zu Fuß und zu Roß, welche eher Alles andre im Kopsetragen, als Redlichkeit und Gottesfurcht."

Der junge Mann warf nochmals einen scharfen und for-schenden Blick auf den Redner, und auf dessen schweigsamenBegleiter, wie wenn er auch noch im Zweifel stehe, ob sieihrerseits auch das Vertrauen, was sie verlangten, verdien-ten, und das Resultat seiner Betrachtung war dies:

Der älteste und ausgezeichnetere dieser beiden Männer glichin Kleidung und äußerm Ansehn einem Kaufmann oder Krämerjener Zeit. Wamms, Beinkleid und Mantel waren von der näm-lichen dunkeln Farbe, doch so abgetragen, daß der scharfsehendejunge Schotte begriff, der Mann sei entweder sehr reich, oder sehrarm; wahrscheinlich das crstere. Seine Kleidung war übrigenseng und kurz, was damals nicht für anständig bei dem Adel,auch nicht einmal unter dem -öhern Bürgerstande galt, woman meist weite Röcke zu tragen pflegte, die bis aus die Mittedes Beines herunterhingcn.

Der Ausdruck im Gesicht dieses Mannes war zum Theil anzie-hend, zum Theil abstoßend. Seine harten Züge, eingefallenenWangen und hohlen Augen hatten trotzdem den Ausdruck vonSchlauheit und einer Laune, die ganz mit dem Charakter des jun-