Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
61
Einzelbild herunterladen
 

61

horte er ihn nicht, oder konnte ihn nickt nützen, weil er sich sckonim tiefen Strome befand. Für einen minder Beherzten oder inder Schwimmkunst nicht so Geübten wäre derTod gewiß gewesen,denn der Bach war sowohl tief als stark.

Bei Sankt Annen! er ist doch ein tüchtiger Bursch," sagteder ältere Mann;lauf, Gevatter, und mache deinen Fehler gut,indem du ihm hilfst, wenn du kannst. Er gehört zu deiner eigenenSchaar wenn das alte Sprichwort Wahrheit sagt, wird ihndas Wasser nicht ertränken!"

Jn^der That, der junge Reisende schwamm so kräftig undtheilte die Wellen so gut, daß er, trotz der Stärke des Stroms,doch nur wenig unterhalb des gewöhnlichen Landungsplatzeshinabgeführt wurde.

Unterdeß eilte der Jüngere der beiden Fremden nach demUfer hinab, um Hilfe zu leisten, während ihm der andere langsa-mer» Schrittes folgte, und, während ihm der andere näher kam,zu sich selber sagte:Ich wußte wohl, das Wasser würde denjungen Burschen nicht ersäufen. Wahrhaftig! er ist am Ufer undgreift nach seinem Stocke! Wenn ich nicht eile, prügelt er mei-nen Gevatter für die einzige freundliche Handlung aus, die ichihn je vollbringen, oder versuchen sah, während seines ganzenLebens."

Freilich war einiger Grund vorhanden, ein solches Ende desAbenteuers zu vermuthen, denn der schmucke Schotte war be-reits auf den jüngern Samariter, der ihm zu Hilfe eilte, mitdiesen zornigen Worten losgegangen:Unhöflicher Hund!warum hast du nicht Antwort gegeben, als ich dich anries, obder Uebergang zu unternehmen wäre? Der böse Feind soll michholen, wenn ich dich nickt lehre, bei nächster Gelegenheit denFremden den schuldigen Respekt zu zeigen!"

Diese Worte waren von dem bezeichnenden Schwingen des