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eine unabhängige Königskronc zu verwandeln. Der Charakterdieses Herzogs war in jeder Hinsicht der genaue Gegensatz zu demLudwigs XI.
Der letztere war ruhig, besonnen und verschlagen, wagte nieein verzweifeltes Unternehmen und gab nie ein der Wahrschein-lichkeit nach erfolgreiches auf, wie entfernt auch die Aussicht aufGelingen war. Des Herzogs Charakter war gänzlich verschieden.Er stürzte sich in die Gefahr, denn er liebte sie, und in Schwierig-keiten, weil er sie verachtete- So wie Ludwig nie seinen Vortheilseiner Leidenschaft aufopferte, so opferte im Gegentheil Karl nieseine Leidenschaft oder nur seine Laune einer andern Rücksicht auf.Trotz der nahen Verwandtschaft, die zwischen beiden statt fand,und trotz der Unterstützung, welche der Herzog und sein Vater demKönig, während er als Dauphin in der Verbannung war, erzeigthatten, so bestand zwischen ihnen doch gegenseitiger Haß und Ver-achtung. Der Herzog von Burgund verachtete die vorsichtigePo-litik des Königs und legte es seinem Mangel an Muthe bei, daßer durch Bündnisse, Bestechungen und andere indirekte Mittel dieVortheile zu erreichen bemüht war, die er selbst an jener Stellemit bewaffneter Hand errungen haben würde; nicht nur wegender Undankbarkeit, die er für frühere Wohlthaten erzeigt hatte,haßte er ihn, sondern auch persönlicher Beieidungen und Beschul-digungen wegen, deren sich die Abgesandten Ludwigs gegen ihnerfrecht hatten, als sein Vater noch lebte, und dann vorzüglichauch wegen der Unterstützung, die er den unzufriedenen Bürgernvon Gent, Lüttich und andern großen Städten Flanderns heimlichangedethen ließ. Diese unruhigen Städte, die eifersüchtig aufihre Vorrechte und stolz auf ihren Reichthum waren, standenhäufig in offenem Aufruhr gegen ihre Lehenshcrren, die Herzögevon Burgund, und fanden im Stillen dann immer Ermun-terung am Hose Ludwigs, der jede Gelegenheit ergriff, die