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fügte sich klüglich den Umständen, bis die Feinde ihrBündniß auf-gelöst hatten, und zeigte sich oft so geschickt, den Samen der Eifer-sucht unter diesen großen Mächten zu streuen, daß ihr Bündniß„für das gemeine Wohl," wie sie es nannten, und welches imGrunde nur darauf ausging, Alles bis auf den äußern Schein derfranzösischen Monarchie umzustürzen, sich auflöste und nie wiederauf so furchtbare Weise erneuerte. S eit dieser Zeit war Ludwig,da er sich nun von aller Gefahr von England aus durch die Bür-gerkriege zwischen Uork und Lancaster befreit sah, mehrere Jahrehindurch, wie ein gefühlloser aber geschickter Arzt, beschäftigt,die Wunden des Staates zu heilen, oder vielmehr das Fortschrei-ten des tödtlichen Krebsschadens, wovon derselbe damals inficirtwar, bald durch sanfte Mittel, bald durch Feuer und Schwert auf-zuhalten. Die Räuberei der Freicompagnien und die ungeahnde-ten Unterdrückungen von Seiten des Adels, suchteer zumildern, daer sie nicht ganz hemmen konnte, und nach und nach gelang es ihm,mittelst unermüdetcr Aufmerksamkeit sein eignes königliches An-sehen einigermaßen zu vermehren, oder doch die Gewalt derer zuschwächen, die jenem das Gleichgewicht gehalten hatten.
Stets war jedoch der König von Frankreich von Furcht undGefahr umgeben. Die Theilnehmer des Bündnisses „für's ge-meine Wohl" waren, wenn auch nicht vereinigt, doch noch vor-handen, und konnten sich, gleich einer zcrstückten Schlange, wohlwieder vereinigen und gefährlich werden. Eine schlimmere Ge-fahr war indeß die anwachsende Macht des Herzogs von Burgund,dazumal eines der größten Fürsten Europa's, der durch die sehrunbedeutende Abhängigkeit seines Herzogthums von der Kronevon Frankreich nur wenig im Range nachstand.
Karl, genannt der Kühne, oder besser der Verwegene, dennsein Muth gränzte an Tollkühnheit und Wahnsinn, trug damalsdie HerzogSkronc von Burgund, und brannte vor Begierde, sie in