Druckschrift 
6 (1851) Quentin Durward
Entstehung
Seite
52
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Bevor er die Krone erlangte, hatte Ludwig mehr Beweise sei-ner Fehler, als seiner Talente gegeben. Seine erste Gemahlin,Margarete von Schottland, wardurch verleumderische Zungengctödtet worden" am Hofe ihres Gemahls, wo wohlNiemand ge-wagt haben würde, ein Wort gegen diese liebenswürdige und ge-kränkte Prinzessin zu äußern, ohne von Ludwig dazu ermuntertworden zu sein. Er war auch ein rebellischer und undankbarerSohn gewesen, der einmal conspirirt hatte, um sich der Persondes Vaters zu bemächtigen, und ein anderes Mal hatte er offenenKrieg gegen denselben begonnen. Für sein erstes Vergehen warer nach seiner Apanage, der Dauphinöe verbannt worden, wo ersehr umsichtig regierte; für das zweite war er förmlich des Lan-des verwiesen worden, und sah sich so gezwungen, die Gnade, jafast die Mildthätigkeit des Herzogs von Burgund und seinesSohnes in Anspruch zu nehmen, von denen er auch gastfreundlichausgenommen wurde, was er später auf entgegengesetzte Weisevergalt, bis zum Tode seines Vaters im Jahr I46i.

Gleich im Anfang seiner Regierung wurde Ludwig beinahedurch eine Ligue überwältigt, die durch die großen Vasallen Frank-reichs, mit dem Herzog von Burgund oder vielmehr seinem Sohnedem Grafen von Charlerois an der Spitze, sich gegen ihn gebildethatte. Sie versammelten ein mächtiges Heer, belagerten Paris,fochten eine Schlacht mit zweifelhaftem Erfolg unter den Mauerndesselben, und brachten die französische Monarchie an den Randdes Verderbens. Bei dergleichen Gelegenheiten geschieht es häu-fig, daß der klügere Feldherr von Beiden die wirklichen Früchte,wenn auch nicht eben den Kricgsruhm des unentschiedenen Siegeserringt. Ludwig, der während der Schlacht von Mvnthlörp großepersönliche Tapferkeit gezeigt hatte, wurde durch seine Klugheitin den Stand gesetzt, den zweifelhaften Erfolg so zu nutzen, alsob der entscheidende Sieg auf seiner Seite gewesen wäre. Er