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persönlich mischte; und obwohl von Natur stolz und hochmüthig,trug er doch kein Bedenken, mit einer Nichtachtung der willkür-lichen Unterschiede in der Gesellschaft, was damals für etwas un-geheuer Unnatürliches galt, Leute aus dem niedrigsten Standezu den wichtigsten Acmtcrn zu erheben, und er wußte seine Wahlso gut zu treffen, daß er sich selten in ihren Eigenschaften getäuschtsah.
Dennoch fanden sich Widerspruche im Charakter dieses ver-schlagenen und geschickten Fürsten; denn die menschliche Naturbleibt sich selten ganz gleich. Obwohl er selbst der falscheste undunwahrste Mensch war, so erwuchsen doch die größten Jrrthü-mer seines Lebens aus zu raschem Vertrauen auf die Ehre undRedlichkeit Andrer. Wenn diese Jrrthümer stattfanden, scheinensie aus einen überfeinertem System der Politik entstanden zusein, welches Ludwig verleitete, den Schein des vollkommenstenZutrauens gegen diejenigen anzunehmen, die er zu überlisten imSinne hatte. Denn im Allgemeinen war sein Benehmen so eifer-süchtig und mißtrauisch, als das irgend eines Tyrannen, der jelebte.
Zwei andere Punkte sind gleichfalls noch zu berücksichtigen,um die Zeichnung dieses furchtbaren Charakters vollständig zumachen, der unter den rohen ritterlichen Fürsten dieses Zeit-raums sich zu dem Range eines Aufsehers wilder Thiere zu er-heben wußte, welcher durch höhere Weisheit und List, durchAustheilung von Futter und durch Zucht mittelst der Schläge,es endlich dahin bringt, über Diejenigen zu herrschen, die, wä-ren sie nicht seiner Kunst unterthan, ihn durch ihre Stärke längstin Stücke gerissen haben würden.
Die erste dieser Eigenheiten war Ludwigs außerordentlicherAberglaube, eine Plage, womit der Himmel oft diejenigen züch-tigt, welche nichts von den Geboten der Religion wissen wollen.