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auf den eigenen Vorthcil, brachte er jedes Opfer, der Leidenschaftwie des Stolzes, welches dabei von Nutzen sein konnte. Sorg-fältig verhüllte er seine eigentlichen Gesinnungen und Absichtenvor Allen, die in seine Nähe kamen, und oft bediente er sich desAusdrucks: ein König, der sich nicht zu verstellen wisse, wisseauch nicht zu regieren, und was ihn selber betreffe, so wolle erseine Mütze in's Feuer werfen, wenn sie um seine Geheimnissewüßte. — Kein Mensch, sowohl seiner als jeder andern Zeit, ver-stand so gut wie er die Schwachheiten Linderer zu benutzen, undwann cs zu vermeiden sei, diesen einen Vortheil durch unzeitigeNachsicht mit seinen eigenen zu geben.
Er war von Natur rachsüchtig und grausam, und zwar indem Grade, daß er sogar Vergnügen an den häufigen Hinrich-tungen fand, die er anordnete. Doch, so wie ihn kein Gefühl desMitleids je zur Schonung vermochte, wo er mit Sicherheit ver-urtheilen konnte, eben so reizte ihn auch nie Gefühl der Rache zuübereilter Grausamkeit. Selten stürzte er auf seine Beute, alsbis er sie sicher erfassen konnte, und bis alle Hoffnung des Ent-kommens vergebens war; und seine Bewegungen waren so sorg-fältig verhüllt, daß die Welt erst erfuhr, was sein Zweck gewe-sen, wenn er diesen bereits erreicht hatte.
Auf gleiche Weise ließ Ludwig seinen Geiz einer anscheinen-den Verschwendung weichen, sobald es nöthig war, den Ministeroder Günstling eines eifersüchtigen Fürsten zu bestechen, um einendrohenden Angriff abzuwendcn, oder ein gegen ihn geschloffenesBündniß zu brechen. Er liebte Ausschweifung und Vergnügen;aber weder Liebe zu den Schönen noch Jagd, wiewohl beidesseine herrschenden Leidenschaften waren, vermochten je, ihn dergehörigen Verwaltung öffentlicher Angelegenheiten des Reicheszu entfremden. Seine Menschenkenntniß war tief, und er hattesie in den Privatgängen des Lebens gesucht, in die er sich oft
Quentin Durward. I. 4