ES war achteckig, ebenso wie die äußere Gestalt des Thurmes,dessen Inneres es bildete. Vier Seiten hatten vergitterte Fenster,deren jedes nach einer andern Richtung eine treffliche Aussichtüber die majestätische Loire gewährte, so wie über die umliegendeLandschaft, durch welche jene sich wand- Die Fenster waren mitfarbigem Glas ausgefetzt, durch zwei derselben strömte der Schim-mer der sinkenden Sonne, eine glänzende Vereinigung religiöserEmbleme und Wappenbilder zeigend, die man kaum anders, alsmit geblendetem Auge betrachten konnte. Aber die andern beidenFenster, von denen die Sonnenstrahlen gewichen waren, ließensich genauer untersuchen, und es zeigte sich bald, daß die Fenstermit buntem Glas versehen waren, welches ihnen nicht ursprüng-lich gehörte, sondern, wie ich nachher sah, vielmehr der entweihtenund profanirten Schloßkapelle. Es war mehrere Monate hin-durch eine Unterhaltung für den Marquis gewesen, dies riiaei-mento zu Stande zu bringen, und zwar unter dem Beistände desGeistlichen und des zu Allem brauchbaren La Jeunesse; und ob-wohl sie nur Fragmente zusammengesetzt hatten, die zum Theilsehr klein waren, so brachte doch das bunte Glas, bis man es ge-nauer und mit dem Auge eines AlterthumkennerS untersuchte,im Ganzen eine recht hübsche Wirkung hervor.
Die Seitenwände des Gemachs, die keine Fenster hatten,waren (mit Ausnahme des Raumes für die kleine Thür) vonSchränken und Regalen ausgesüllt, einige von Wallnußbaum,künstlich geschnitzt, und durch die Zeit so dunkel geworden,daß sie in der Farbe einer reifen Kastanie glichen; anderewaren von gemeinem Holze, und sämmtlich bestimmt, denMangel zu ersetzen und herzustellen, den die Gewalt undZcrstörungssucht hier angcrichtet hatte. In diesen Regalenwaren die Trümmer oder vielmehr die kostbaren Reliquieneiner sehr splendiden Büchersammlung niedergelegt.