würden, wenn wir sie aus dem Munde einer Person vernehmenmüßten, die bessere Ansprüche auf unsere Gesellschaft hat."
Durch diese Erklärung hatte ich meine natürliche Behutsamkeitvollkommen wieder erlangt; und ich wurde nun so besorgt, michselbst zu verrathen, daß ich nicht einmal wagte, meinem aristokra-tischen Freunde zu erklären, daß der Gentleman, den er genannthatte, seine Berühmtheit, so viel mir bekannt, gerade denjenigenvon seinen Werken zu danken habe, die sich, ohne Ungerechtigkeit,mit gereimten Romanen vergleichen lassen.
Genau genommen hatte der Marquis unter andern Vorurthei-len, auf die ich bereits hindeutete, auch einen mit Verachtung ge-mischten Abscheu vor jeder Art von Autorschaft, die nicht zum min-desten einen Folioband über Jurisprudenz oder Gottesgelahrtheitaufzuwcisen hatte, und er blickte auf den Verfasser eines Romans,einer Novelle, eines fliegenden Gedichts oder einer Kritik in einerperiodischen Schrift ebenso, wie die Menschen ein giftiges Gewürmbetrachten, nämlich zugleich mit Furcht und Ekel. Der Mißbrauchder Presse, behauptete er, vorzüglich in ihren leichtern Gebieten,habe die Moralität ganz Europa's vergiftet und gewinne allmäh-lig nochmals einen Einfluß, der durch die Stimme des Kriegs zumSchweigen gebracht worden sei. Alle Schriftsteller, mit Ausnahmederer von dem größten und gewichtigsten Kaliber, hielt er für er-geben dieser schlechten Sache, von Rousseau und Voltaire herabbis zu Pigault le Brun und dem Verfasser schottischer Romane;und wiewohl er zugab, er lese sie pour pssser Is temps, so verab-scheute er doch, gleich dem Knoblauch essenden Pistol, die Tendenzdes Werkes, womit er beschäftigt war, ebensosehr, als er dessenGeschichte verschlang.
Indem ich diese Eigenheit bemerkte, unterdrückte ich das offeneBekenntniß, welches meine Eitelkeit im Sinne hatte, und veran-laßte den Marquis mir noch Mchreres über das Haus seiner Vor-