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6 (1851) Quentin Durward
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beginnen dann zu erwägen und zu beobachten, nicht sowohlwas ihr Gegner sagt, als das, was er etwa thun mag; einGrad des Mißtrauens, der mehr dazu dient, die Jntriguensolcher treulosen Menschen zu Hintertreiben, als ihnen die Frei-heit von allen Gewiffensscrupel» Vortheil gewähren kann.Das Beispiel Ludwig's XI. erregte mehr Mißfallen und Arg-wohn, als Lust zur Nachahmung unter den andern Völkern Eu-ropa'S, und der Umstand, daß er mehr als einen seiner Zeit-genossen überlistete, verursachte, daß die übrigen auf ihrer Hutwaren. Selbst das Spstem der Chevalerie, obwohl bei wei-tem nicht so allgemein ausgebreitet, wie früher, überlebte dieHerrschaft dieses schamlosen Monarchen, der so viel that, sei-nen Glanz zu verdunkeln, und lange nach dem Tode Lud-wig's XI. begeisterte cs den Ritter ohne Furcht und Tadelund den tapfern Franz I-

Obwohl nun die Regierung Ludwig's in politischer Hinsichtzum Theil so erfolgreich war, wie er nur selbst hätte wünschenkönnen, so dürste doch das Schauspiel seines Todtenbcttes eineWarnung vor der Verführung seines Beispiels sein. Arg-wöhnisch gegen Jeden, aber vorzüglich gegen seinen eigenenSohn, vergrub er sich in sein Schloß PlssieS, indem er seinePerson ausschließlich der zweifelhaften Treue seiner schottischenMicthlinge vertraute. Er verließ sein Zimmer nie, keinenließ er darin vor sich, und ermüdete den Himmel und alleHeiligen nur immer mit Bitten, nicht um die Vergebung sei-ner Sünden, sondern um die Verlängerung seines Lebens. Miteiner geistigen Schwachheit, die gänzlich mit seinem weltlichenScharfblick im Widerspruch stand, nahm er seine Aerzte so eif-rig in Anspruch, bis sie seiner spotteten und ihn plünderten.In seiner höchsten Sehnsucht nach Leben sandte er nach Ita-lien, wegen vermeintlicher Reliquien, und ließ, was noch