außerordentlicher, einen unwissenden, wahnwitzigen Bauerherbeiholen, der sich, wahrschienlich aus Faulheit, in eine Höhlegeschlossen und dem Genuß von Fleisch, Fischen, Eiern undMilchspeisen entsagt hatte. Diesen Mann, der nicht die ge-ringste Bildung besaß, verehrte Ludwig, als wäre er der Papstselber gewesen, und gründete, um sein Wohlwollen zu gewin-nen, zwei Klöster.
Ein Hauptzug bei dieser abergläubischen Richtung war,daß leibliche Gesundheit und irdische Glückseligkeit sein einzigesZiel zu sein schien. Es war streng verboten, seiner Sündenzu erwähnen, wenn vom Zustande seiner Gesundheit die Redewar; und als auf seinen Befehl ein Priester ein Gebet anSt. Eutropius hersagte, worin er des Königs Wohlfahrt,beides an Leib und Seele, anempfahl, so hieß Ludwig ihndie beiden letzten Worte weglaffen, indem er sagte, es sei nichtthunlich, den gebenedeiten Heiligen durch zu viel Bitten aufeinmal zu belästigen. Vielleicht glaubte er, wenn von seinenVerbrechen geschwiegen würde, möchten die himmlischen Pa-trone, die er um Hilfe für seinen Leib anrief, jene vergessen.
So groß waren die wohlverdienten Qualen des Sterbe-lagers dieses Tyrannen, daß Philipp von Comines eine ge-naue Vergleichung zwischen ihnen und den zahllosen Grau-samkeiten anstellt, die auf seinen Befehl an Andern vollzogenwurden; und indem er beides erwägt, kommt er endlich zuder Meinungsäußerung, daß die leiblichen Qualen und derTodeskampf, den Ludwig erduldete, von der Art waren, daßsie seine begangenen Verbrechen ausgleichen mochten, und daßer, nach einem gehörigen Aufenthalt im Fegefeuer, in Gna-den würdig erfunden werden könne, in die höhern Regionenzu gelangen.
Auch Fenelon hat ein Zeugniß von diesem Fürsten hinter-