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aber ihr Sklave, der sich Muth von ihrem Blicke holte undsein Leben in ihrem geringsten Dienste hingab. Allerdingsartete dies System hierin, wie in manch' anderer Hinsicht, zuphantastischer Ausschweifung aus, und ärgerliche Fälle kamenhäufig vor. Doch glichen sie im Allgemeinen immer jenen,deren Burke gedenkt, wo die Schwachheit zur Hälfte ihrerSchuld ledig ward, indem sie von all' ihren groben Eigen-schaften gereinigt war- Mit Ludwig'S XI. Verfahren verhieltes sich weit anders. Er war ein niedrer Lüstling, der Ver-gnügen ohne Gefühl suchte, und das Geschlecht verachtete,von dem er es erhalten wollte; seine Geliebten waren vonnicderm Stande, zu gering, um mit dem erhabnen, obwohlschuldigen Charakter der Agnes Sorel verglichen zu werden,wie Ludwig selbst gering gegen seinen heldenmüthigen Vaterwar, der Frankreich von dem englischen Joche befreite. Ebensozeigte Ludwig, indem er seine Günstlinge und Minister ausder Hefe des Volkes wählte, die geringe Achtung, die er hoherStellung und edler Geburt zollte; und obwohl dies nicht al-lein zu entschuldigen, sondern sogar verdienstlich zu nennensein konnte, wo des Fürsten Befehl verborg'nes Talent an'sLicht zog, oder bescheidnen Werth anerkannte, so war davondoch weit verschieden, wenn Ludwig zu seiner Lieblingsgesell-schaft dergleichen Männer erkor, wie Tristan l'Hermite, denChef seines Marschallsttzes oder seiner Polizei; und cs ist of-fenbar, daß ein solcher Fürst nicht mehr sein konnte, als, wiesein Nachfolger Franz paffend von sich sagte, »der erste Edel-mann in seinem Reiche."
Auch waren Ludwig's Reden und Handlungen, im Privat-leben sowohl, als öffentlich, nicht von der Art, daß sie sogrobe Verletzungen gegen den Charakter eines Mannes vonEhre hätten gut machen können. Sein Wort, was doch allge-