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6 (1851) Quentin Durward
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der That, bis zu einer solchen Höhe der Vollkommenheit ge-trieben wurden, daß sie von menschlichen Wesen unmöglichauszuüben waren. Machte es sich ein edler und hochsinnigerJüngling zum Vorsatz, sich nach seines Vaters Lehre von derEhre zu bilden, so ward er verlacht, als hält' er zum Kampfedes guten alten Ritters Durindarte oder zweihändiges Schwertgebracht, lächerlich wegen seiner alterthümlichen Form, mochteseine Klinge auch vom feinsten Stahl und seine Verzierungenvon reinem Golde sein.

Auf gleiche Weise warf man die Grundsätze der Chevaleriebei Seite und ersetzte sie durch schlechtere Reizmittel. Stattder hohen Begeisterung, die Jeden zur Vertheidigung seinesVaterlandes trieb, führte Ludwig XI. den Dienst der stets be-reitwillgcn Miethsoldaten ein, und überredete seine Untertha-nen, unter denen der Kaufmannstand sich zu heben begann,es sei besser, den Miethsöldncrn Gefahr und Mühe des Kriegszu lassen, und die Regierung statt dessen mit den Mitteln,jene zu bezahlen, zu versehen, als sich selber der Gefahr derVertheidigung auszusetzen. Die Kauflcute waren durch solcheGründe leicht überredet. In den Tagen Ludwig's XI. kam esnoch nicht so weit, daß auch die Landbesitzer und Edellenteauf gleiche Weise von dem Kriegsdienste ausgeschlossen wur-den; aber der schlaue Monarch leitete das System ein, wel-ches seine Nachfolger handhabten und das zuletzt die ganzemilitärische Vertheidigung des Staats in die Hände der Re-gierung legte.

Auf gleiche Art bemühte er sich, die Grundsätze zu ändern,welche bisher dem Verkehr der Geschlechter zu Regeln gedienthatten. Die Lehren der Chevalerie hatten, zum mindestentheoretisch, ein System gebildet, in welchem die Schönheitdie herrschende und lohnende Gottheit war die Tapferkeit