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zu verachten und zu verkleinern, welche nicht sicher und di-rekt Selbstbefriedigung zur Folge haben.
Auch ein Verfasser bloßer Untcrhaltungsschriften kann für« einen Augenblick ernst sein dürfen, in der Absicht, alle Politik
zu verdammen, welche sich (mag es die eines öffentlichen oderPcivatcharaktcrs sein) auf die Grundsätze des Machiavell oderauf die Ränke Ludwigs XI. gründet.
Die Grausamkeit, die Falschheit und das argwöhnische We-sen dieses Fürsten wurden durch den groben und niedrigenAberglauben, den er beständig erblicken ließ, nicht gemildert,sondern noch weit abscheulicher gemacht. Seine tiefe Vereh-rung der Heiligen, die er so sehr zur Schau trug, beruhteauf dem jämmerlichen Grundsatz eines nieder» Beamten, wel-cher die Vergehungen, deren er sich bewußt ist, durch freige-^ bige Geschenke an diejenigen verbergen oder sühnen will, de-
nen es obliegt, sein Betragen zu beobachten, der ein Systemdes Betrugs fördern will, indem er versucht, den Unbestech-lichen zu bestechen. Nur im nämlichen Lichte können wir seineErwählung der Jungfrau Maria zur Gräfin und Oberstenseiner Leibwache betrachten, oder die Hinterlist, mit welcherer einer oder zwei gewissen Eidformen die Kraft einer bin-denden Verpflichtung verlieh, die er allen andern versagte,indem er genau das Geheimniß bewahrte, welche Weise desSchwurs er wirklich für bindend hielt.
Bei seinem gänzlichen Mangel an Gewissen, oder, wie esscheint, an jedem Begriffe von moralischer Verpflichtung, be-> saß Ludwig XI. große natürliche Festigkeit und Schärfe des
Charakters, verbunden mit einer so verfeinerten Politik, indemer die Zeiten, in denen er lebte, beobachtete, daß er sich zu-weilen seinen eigenen Vorschriften fügte.
Es gibt wohl kein so düsteres Gemälde, welches nicht auch