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Sohn, böse Tage sind über uns gekommen! Ei» Bruch ist in denMauern unseres Heiligthums gemacht: Dein Bruder ist vomGlauben abgefallen. Diese Nachricht ist mir mit der letzten ge-heimen Meldung zugekommen. Murray hat schon davon gesprochen,seine Dienste mit der Hand von Marien Avenel zu belohnen."
„Bon Marien Avcncl!" wiederholte der Noviz, dem Geländerzuschwankend und sich an einer der prächtig ausgehauenen Zinnenfesthalrend.
„Ja von Marie» Avenel, mein Sohn, welche gleichfalls denGlauben ihrer Väter abgeschworen hat. Weine nicht, Edward,weine nicht, mein geliebter Sohn! Oder vielmehr weine um ihrenAbfall, aber nicht um ihre Verbindung. Preise Gott, der Dicherweckt und aus den Hütten der Bosheit herausgerufen hat. Ohnedie Gnade Unserer Lieben Frauen and Sanct Benedicts wärestDu ebenfalls verloren gewesen."
„Ich bemühe mich, zu vergessen," sprach Edward; „aber wasich jetzt aus meinem Gedächtniß zu tilgen suche, ist der Gedankemeines ganzen früheren Lebens gewesen. Murray kann nichtwagen eine so ungleiche Heirakh zu befördern."
„Er wagt Alles, was seinen Absichten dient. Schloß Avenelist fest und bedarf eines guten, ihm ergebenen Burgvogts. Wasden Unterschied der Geburt betrifft, so wird er darüber eben sowenig Bedenklichkeiten hegen, wie über die Entstellung der natür-lichen Regelmäßigkeit des Bodens, wenn er cs nöthig findet,Schanzen und Gräben aufzuwerfcn. Aber sei deshalb nicht nieder-geschlagen; erwecke Deine Seele mein Sohn. Denke, Du scheidestvon einem Traum, dem Du in der Einsamkeit und Unkhätigkeitnachgehängt hast. Ich weine nicht — und doch, was stehe ichnicht im Begriff zu verlieren! Betrachte diese Thürme, wo Heiligegewohnt haben, wo Helden begraben liegen. Bedenke, wie ich,so kurze Zeit erst berufen, die fromme Heerde zu hüten, welche