Ohne Etwas zu erwidern richtete der Abt seine Augen nachdem Weg, welcher, sich um einen Berg herumwindend von Süd-osten her nach Kennaquhair führt. In einiger Entfernung erblickteer eine Staubwolke und hörte das Wiehern vieler Pferde. Dasjeweilige Funkeln der langen Reihe von Lanzen, während der Zugin's Thal Herabstieg, verkündete, daß derselbe aus Bewaffnetenbestand.
„Schande über meine Schwäche!" rief Abt Eustach, seineThräncn mit Heftigkeit abwischend. „Mein Gesicht ist zu blöde,um ihre Bewegungen beobachten zu können. Sieh bin, meinSohn Edward, (dieser, sein Licblingsnoviz war ihm eben nach-gestiegen) „und sage mir, welche Zeichen sie führen."
„Es sind am Ende Nichts als Schotten," antwortete EdwardGlendinning: „Ich sehe die weißen Kreuze. Es können die West-gränzer sein oder Fermcherst und sein Stamm."
„Schau auf das Banner, und beschreibe mir das Wappen,"sprach der Abt.
„Das Wappen Schottlands," berichtete Edward; „der Löwemit seiner Einfassung im gevierten Schild, mit drei Kiffen, glaub'ich. — Kann es die königliche Fahne sein?"
„Ach nein," antwortete der Abt; „es ist das Banner desGrafen von Murray. Er hat nach seinem neuerlichen Sieg dasAbzeichen des wackeren Randolf angenommen und hat aus seinemererbten Wappen die Binde weagelassen, welche seine niedrigeGeburt anzeigtc. Gebe Gott, daß er die Erinnerung daran nichtauch aus seinem Gedächtnisse getilgt hat, und daß er nicht ebensowohl dem Namen als der Macht nach König zu sein strebe."
„Wenigstens, Vater, wird er uns vor den Gewaltlhätigkeitender Südländer schützen," bemerkte Edward.
„Ja, mein Sohn, gleichwie der Schäfer ein einfältiges Lammvor dem Wolf schützt, um es seiner Zeit selber zu speisen. O, mein