Druckschrift 
4 (1851) Das Kloster
Entstehung
Seite
83
Einzelbild herunterladen
 

83

Damit ist unsere Verhandlung abgebrochen," sprach War-den mit Festigkeit.Wehe mir, wenn ich das Evangelium nichtpredige!"

Die Miene des Subprior verfinsterte sich und er ging aber-mals in dem Zimmer auf und ab und murmelte:Verwünscht seider eigensinnige Thor!" Plötzlich stand er still, und wände sichwieder an den Prediger:Heinrich, Deinen eignen Reden nach istDeine Weigerung bloßer Eigensinn. Es steht in meiner Macht, Dichan einen Ort zu bringen, wo Deine Predigt kein menschliches Ohrerreichen kann. Versprichst Du also, Dich desselben zu enthalten, sogewährst Du Nichts, was zu verweigern in Deiner Macht steht."

Das weiß ich nicht," entgcgnete Warden.Du kannst michallerdings in einen Kerker werfen; allein kann ich Vorhersagen, obmein Meister mir nicht etwas zu thun gibt selbst in jener trau-rigen Wohnung? Die Ketten von Heiligen sind vor Zeiten dasMittel gewesen, Satans Bande zu brechen. In einem Gefäng-niß fand der heilige Paulus den Kerkermeister, den er zum Glaubenan das Wort des Heiles brachte sammt all seinem Hause."

Nein," rief der Subprior, halb zornig halb spöttisch, wennDu Dich dem seligen Apostel an die Seite stellst, dann ist es Zeit,ein Ende zu machen. Bereite Dich zu leiden, was Deine Thorheitsowohl, wie Deine Ketzerei verdient. Binde ihn, Söldner!"

Mit stolzer Ergebung in sein Schicksal und mit einem mit-leidigen oder verächtlichen Lächeln gegen den Subprior, reichteder Prediger seine Hände zum Fesseln dar.

Schone mich nicht," sprach er zu Christie, denn selbst dieserRaubmörder nahm Anstand, den Strick fest anzuziehen.

Der Subprior betrachtete ihn unter seiner Kapuze hervor,welche er über den Kopf und zum Theil über das Gesicht gezogenhatte, als wollte er seine Gemüthsbewegungen verbergen. SeineEmpfindungen waren die eines Jägers, dem ein Edelhirsch im

6 *