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Die Du beweinest den lebend'gen Tobten,
Sollst kennen lernen Die, so todt im Leben,
Merk', unter meinen Füßen hier im Boden
Das Wort liegt und der Weg, nach dem Dein Streben
Gerichtet ist. — O, könnten Geister weinen.
Entlocken müßten Jahren mir mein Kummer,
Wenn einen Weg ich zeige, der den MeinenUnd mir verschlossen ist; denn ew'ger SchlummerUnd ach! Vergessenheit sind einst mein Theil.
O klage Du nicht über Deine Leiden;
Hier liegt gesichert Dir das wahre Heil.
Für alles Weh kann es Dir Trost bereiten;
Bück Dich und nimm's für Dich. — Ich muß es meiden.
Die Erscheinung bückte sich am Schluß des Gesanges nachdem Boden hin, als wollte sie die Hand auf den Diel legen, aufwelchem sie stand. Allein ehe sie diese Gebcrde vollendet hatte,ward ihre Form unkenntlich, glich nur noch dem Schatten eines,zwischen Mond und Erde dahinziehenden, dünnen Wölkchens undward bald völlig unsichtbar.
Ein heftiger Anfall von Furcht, der erste in ihrem Leben,welcher so ihr ganzes Wesen ergriff n hatte, kam über MariensGemüth, und sie war nahe daran, ohnmächtig zu werden. Sieaber nahm ihre Kräfte und ihren Mukh zusammen und betetezu Heiligen und Engeln, wie die Kirche vorschrieb. Ein leichterunterbrochener Schlummer kam endlich über ihre erschöpfte Seeleund ihren ermatteten Körper, und sie schlief bis zu Tagesan-bruch Da ward sie geweckt durch den Ruf: „Berrath! Berrath!Setzt nach, setzt nach!" welcher sich im Thurm erhob, als manfand, daß Piercie Syaftan entronnen war.
Maria, ein neues Unglück besorgend, ordnete ihre Kleidung,welche sie während der Nacht nicht abgelegt harte, und wollteeben ihr Gemach verlassen, als sie von Tibb, die, einer Sibyllegleich, mit grauem zerstreutem Haar von Zimmer zu Zimmer flog,