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4 (1851) Das Kloster
Entstehung
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mit der hingebenden Anhänglichkeit eines hochherzigen Jünglings,für welchen ihr geringer Blick Befehl gewesen, wie für das edleRoß das leise Zucken des Zügels? Versunken in diese trostlosen Be-trachtungen, fühlte Mariens Seele jene Leere, welche Folge ihrer nachden Vorschriften der römischen Kirche beschränkten Erziehung war.Die ganze Religion war Formenwerk, die Gebete bestanden in einerWiederholung unveistandner Worte, welche in der Stunde derTrübsal Denen wenig Trost gewähren konnten, welche aus Ge-wohnheit ihre Zuflucht zu denselben nahmen. Wabrer Andachtungewohnt veistand sie sich, aus dem Herzen zu beten, und konntesich nicht enthalten, auszurufen:Auf Erden ist keine Hülfe fürmich, und ich verstehe es nicht, sie vom Himmel zu erst hen!"

Während sie unter den Qualen ihres Kummers so sprach,warf sie zufällig einen Blick in das Zimmer und sah hier dendienstbaren Geist ihres Hauses in der Milte des Gemaches imMondscheine stehen. Dieselbe Gestalt war ihr schon mehr als einMal erschienen. Angeborner Muth oder ein in ihrem Blut liegendeEigentbüwlichkeit hatte sic stets dieselbe ohne Beben betrachten lassen.Dies Mal aber war das Weise Fräulein ganz besonders deutlichsichtbar und stand näher vor ihr, als jo zuvor, so daß ihre Gegen-wart dem Mädchen einiges Grauen einflößte. Nichtsdestowenigerwürde Maria sie angeredet haben. Als die Sage ging, daß, obwohlAndere, welche das Weiße Fräulein sahen, ihr Fragen stellen undAntwort von ihr erhalten düiften, doch die vom Hause Avenel,welche gewagt bätten, sie onzureden, nie lange die Unterredungüberlebt hätten. Ueberdem schien die Gestalt, als Maria, inihrem Bette sitzend, sie aufmerksam ansah, ihr durch Geberdenzu bedeuten, daß sie schweigen und aufmerken möchte.

Das Weiße Fräulein schien den Fuß besonders fest, auf einenDiel des Fußbodens zu setzen, während es in seinem gewöhnlichen,leisen, schwermüthigen, singenden Ton folgende Verse vortrug: