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Avenel war durch ihre eigenthümlichc Lage darauf geführt worden,sich als das Kind des Schicksals zu betrachten, und die damitverknüpfte fchwermüthige und gedankenvolle. Geistesrichtunq ver-lieh ihrem Kummer eine besondere Tiefe und Stärke. Das Grab,— das blutige Grab hatte sich, ihrer Meinung nach, geschloffenüber dem Jüngling, zu welchem sie sich im Stillen aber auf'sstärkste hingezogen gefühlt hatte, da Halbert's Kraft unb Feuerso ganz ihrer eignen Seelenstärke entsprach. Ihr Kummererschöpfte sich nicht in Seufzern oder Thränen, sondernschloß sich, nachdem die erste Heftigkeit vorüber war, in ihremInneren rin und nährte sich init stetem Nachstnnen, erwägend,wie ein verarmter Schuldner, die ganze Größe ihres Verlustes.Es schien, als ob mit Zerreißung dieses Bandes Alles, was siean die Erde knüpfte, für sie dahin sei. Ihre Vorstellungen warennie so weit gegangen, sich eine förmliche Verbindung mit Halbcrtauszumalen, und doch war es ihr jetzt, als ob mit ihm der einzigeBaum gefallen fei, welcher sie in den Stürmen des Lebens schützenkonnte. Sie achtete die sanftere Sinnesart und die friedlichenStrebungen des jüngeren Glendinning, allein es war ihr nichtentgangen, (was Frauenzimmern in solchen Fällen nie entgeht),daß er diese feine Eigenthümlichkeit wetteifernd geltend machenwollte, neben dem, was ihr, der Tochter eines stolzen und krie-gerischen Geschlechtes, als die eines Mannes würdigeren Eigen-schaften bei Halbert erschien. Und nie ist ein Weib so weniggeneigt, einem überlebenden Liebhaber Gerechtigkeit widerfahrenzu lassen, als wenn sie ihn mit dem bevorzugten Nebenbuhlervergleicht, den sie so eben verloren hat.
Die mütterliche aber plumpe Zärtlichkeit der Dame Glen-dinning und die verstandlose Zuneigung ihrer alten Dienerinschienen jetzt die einzigen sanften Gefühle zu sein, deren Gegen-stand sie war. Wie konnten diese aber die Vergleichung aushalten