Drei Kranichen oder im Weinkeller. Diese Freigebigkeit entzücktedermaßen unseren Wirth, daß er fortlief, den Steigbügeltrunk(wofür nie etwas gerechnet wurde) aus einem köstlicheren Fassezu zapfen, als aus welchem der vorige Krug gefüllt worden war.Der Ritter ging langsam hinaus, nahm die Artigkeit des Wirthcsan, dankte ihm mir der steifen Herablassung, wie sie am Hofe Elisa-beth's Sitte war, und stieg zu Roß. Er schlug den Weg nachNorden ein, welcher ihm als der nächste nach Edinburgh bezeichnetwurde und welcher, obwohl einer neueren Kunststraße sehr unähn-lich doch einer besuchten Landstraße so ähnlich sah, daß er nichtleicht mißkannt werden konnte.
„Es scheint, ick werde ihrer Führung nicht weiter bedürfen,"sprach er zu sich selber, während er langsam dahin ritt; „und ichdenke, das war mit ein Grund ihics plötzlichen Abgangs, vondem ich mir Nichts hätte träumen lassen. — Je nun, ich bin ihrerledig. Beten wir nicht: Und führe uns nicht in Versuchung —?— Aber daß sie sich gewaltig geirrt hat, in Schätzung ihrer undmeiner Lage, daß sie daran dcn°en konnte, die Rechnung zu be-zahlen ! Ich wünschte, ich sähe sie noch ein Mal, nur um ihr denMißgriff deutlich zu machen, den sie in Folge ihrer Unerfahren-heit begangen hat. — Und ich fürchte," fügte er hinzu, als eraus einer Baumgruppe hervorkam und eine wilde wellenförmigeMoorgegend vor sich sah, „ich fürchte, bald werde ich der Hülfedieser Ariadne bedürfen, daß sie mir ihren Faden liehe, um michin den Windungen jenes Berglabyrinths zurecht zu finden."
Kaum war dieß Selbstgespräch beendigt, als Hufschlag hinterihm feine Aufmerksamkeit in Anspruch nahm. Er blickte zurück,und sah einen jungen Burschen mit einem graue» schottischenKlepper, vierzehn Faust hoch, auf einem Pfad hinter den Bäumendahertraben und bald auf der Landstraße zu sich herankommcn.
Die Kleidung des Jungen war ganz ländlich aber nett. Er